Naruhito besteigt den Chrysanthemen-Thron | Aktuell Welt | DW | 01.05.2019
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Monarchie

Naruhito besteigt den Chrysanthemen-Thron

Japan hat einen neuen Kaiser. Er werde immer an der Seite seines Volkes stehen, versicherte der 59 Jahre alte Naruhito bei seinem Amtsantritt. Damit beginnt für Japan eine neue Zeitrechnung.

"Ich bete aufrichtig für das Glück der Menschen und die weitere Entwicklung der Nation wie auch des Friedens der Welt", sagte Naruhito bei einer kurzen feierlichen Zeremonie im Palast an der Seite seiner Gemahlin, Kaiserin Masako.

"Reiwa" heißt die neue Ära

Der 59-Jährige trat die Nachfolge seines Vaters Akihito an, der nach 30-jähriger Regentschaft um Mitternacht (Ortszeit) formal abgedankt hatte. Er und seine Gemahlin Michiko wünschten sich, dass die neue Ära "Reiwa" (schöne Harmonie) unter ihrem Sohn Naruhito "stabil und fruchtbar" werde, sagte Akihito in seiner letzten Botschaft. Er war der erste Kaiser der ältesten Erbmonarchie der Welt seit rund 200 Jahren, der zu Lebzeiten den Thron für seinen Nachfolger freimachte.

Nun ist Naruhito das Symbol des Staates. Auf diese Rolle ist ein japanischer Monarch laut der pazifistischen Nachkriegsverfassung beschränkt. Zu politischen Fragen darf sich der Kaiser nicht äußern. Japans Verfassung schreibt - nach amerikanischem Vorbild - eine strikte Trennung von Staat und Religion vor. 

Große Feiern im Oktober

Als erster ausländischer Staatsgast wird US-Präsident Donald Trump Ende dieses Monats den neuen Kaiser treffen. Die USA mit ihrem atomaren Schutzschild sind Japans wichtigster Sicherheitspartner. Die eigentliche Thronbesteigungszeremonie "Sokuirei Seiden no gi" findet am 22. Oktober statt, zu der auch zahlreiche Würdenträger aus dem In- und Ausland geladen werden. Anschließend werden der neue Kaiser und seine Gemahlin bei einer feierlichen Parade in einer offenen Limousine durch Tokio fahren. Es folgen zudem Banketts mit mehr als 2000 geladenen Gästen. 

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Japans Kaiser Akihito dankt offiziell ab

Naruhito will sich seinen Vater, der mit vielen alten Traditionen am Hofe brach und dem Volk so nah war wie kein anderer Kaiser vor ihm, zum Vorbild nehmen. Zugleich dürfte er für frischen Wind sorgen. Seine Regentschaft dürfte nach Meinung von Palastbeobachtern nicht mehr so stark unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges stehen, von dem Akihito geprägt war. Während seiner 30-jährigen Ära war Akihito ein überzeugter Verfechter der pazifistischen Idee und er galt als Gewissen der Nation.

haz/se/wa (afp, dpa, rtr)

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