″Nakba-Tag″ führt zur Konfrontation | Aktuell Nahost | DW | 15.05.2019
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Nahost-Konflikt

"Nakba-Tag" führt zur Konfrontation

An der Grenze zum Gazastreifen ist es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten gekommen. Es ist die Rede von zahlreichen Verletzten - während in Tel Aviv der ESC stattfindet.

Am Tag der "Nakba" (zu deutsch: Katastrophe oder Unglück) gedenken die Palästinenser der Vertreibung und Flucht Hunderttausender Menschen im Zuge der Staatsgründung Israels 1948 - auch an diesem 15. Mai, dem 71. Jahrestag, kam es zu Protesten entlang der Grenze zum Gazastreifen und im Westjordanland. Fati Hamad, Mitglied des Politbüros der im Gazastreifen herrschenden Hamas, richtete drastische Worte an Israel: "Wir sagen der Besatzung und ihren Anführern: Verschwindet, weil der Tag nahe ist, an dem ihr geschlachtet werdet." Israelis hätten keinen Platz in Palästina, Jerusalem, Haifa und Jaffa, sagte Hamad.

Ausschreitungen am Zaun

Nach Angaben der israelischen Armee kamen rund 10.000 Palästinenser an den Gaza-Grenzzaun. Sie hätten Reifen angezündet sowie Steine und Sprengsätze geworfen. Palästinensische Augenzeugen berichteten, die Soldaten hätten scharfe Munition, Gummimantelgeschosse, Tränengas und stark stinkendes Wasser gegen die Demonstranten eingesetzt. Das Militär habe versucht, die Palästinenser vom Grenzzaun fernzuhalten. Bei den Zusammenstößen seien mehr als 60 Menschen verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza-Stadt mit.

Gaza | 71. Jahrestag des Nakba-Tages in Palästina (Reuters/M. Qawasma)

Schwer bewaffnet: ein israelischer Grenzpolizist

Israel hat eine Blockade über den Gazastreifen verhängt, die seit Jahren von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen. In dem Küstengebiet leben rund zwei Millionen Palästinenser unter schwierigen Bedingungen. Israel, die USA und die Europäische Union stufen die radikal-islamische Hamas als Terrororganisation ein.

"Wage zu träumen"

Der emeritierte Lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, rief zu einem Ende der Gewalt auf. "Die Zeit für Israelis und Palästinenser ist gekommen, einander als menschliche Wesen mit der gleichen Würde, den gleichen Rechten und Pflichten anzuerkennen", betonte der 86-Jährige. "Eckstein" für eine Friedenslösung sei eine Einigung über den Status von Jerusalem.

Eurovision Song Contest 2019 Bühne (eurovision.tv/KAN)

Trotz Boykottaufrufen: Israel richtet den ESC 2019 aus

In dieser Woche findet in Tel Aviv der "Eurovision Song Contest" (ESC) statt. Israel wollte das mediale Großereignis als Chance nutzen, sich in einem freundlichen Licht zu präsentieren. Motto des diesjährigen Sängerwettstreits ist "dare to dream" - wage zu träumen.

wa/kle (dpa, afp, kna)

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