Nahaufnahme - Abgebrüht - Das bittere Geschäft mit dem Tee | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 02.07.2018
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Nahaufnahme

Nahaufnahme - Abgebrüht - Das bittere Geschäft mit dem Tee

Die Arbeitsbedingungen auf Indiens Teeplantagen sind katastrophal. Die Pflücker leben in bitterer Armut: zerfallene Baracken, kein sauberes Trinkwasser, Pestizide. Warum können sie, trotz Spitzenpreisen, vom Tee-Boom in Deutschland nicht profitieren?

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Edel und exquisit: Die Deutschen entdecken die feine Teekultur. Für erstklassige Blätter zahlen Kunden hierzulande hohe Preise. Doch das Geschäft mit dem Tee machen andere. Viele leben mit ihren Familien unter unwürdigen Bedingungen. Und sie müssen ohne den geringsten Schutz hochgiftige Pestizide auf den Plantagen versprühen. Dennoch sind auch Tee-Sorten, die unter solchen Bedingungen produziert werden, zertifiziert. Aufgrund der Recherchen zum Film mussten nun einige Label zurückgezogen oder ausgesetzt werden. Vor allem Kinder sind von den Folgen der bitteren Armut und des Pestizideinsatzes betroffen, erklärt Professor Anup Kumar von der Universitätsklinik in Dibrugarh: "Die Lebens- und Arbeitsbedingungen schädigen die Babys schon im Mutterleib. Die Kinder in den Teeplantagen sind schlecht ernährt, im Wachstum verzögert und die Kindersterblichkeit ist hoch." Das Gift aus den Plantagen landet aber auch in den Tassen deutscher Verbraucher. In indischem Tee aus deutschen Supermärkten fanden Forscher in Deutschland bis zu acht verschiedene Pestizide. Viele dieser Stoffe sind so gefährlich, dass sie in Deutschland nicht zugelassen sind.