Nachhaltige Bildkorrekturen für Nachwuchsjournalisten | International Media Studies: Studium bei der Deutschen Welle | DW | 07.12.2017
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Studium

Nachhaltige Bildkorrekturen für Nachwuchsjournalisten

"Um das Bild zu korrigieren, müssen wir es manchmal komplett ersetzen", mit diesen Worten eröffnete Ed van Hinte, Konsumkritiker aus den Niederlanden, die Konferenz "Bildkorrekturen" in Leipzig.

Bildkorrekturen-Konferenz in Leipzig (DW/R. Castaneda)

Neben Panelmoderationen und der Präsentation kurzer Videoclips korrigierten die IMS-Studierenden auch das Bild einer Modenschau.

Rund 120 Studierende der Deutsche Welle Akademie, der Deutschen Journalistenschule, der Akademie für Mode und Design, sowie der Universitäten Leipzig, Bamberg und München trafen sich vom 23. bis 25. November, um mit internationalen Experten über das Thema "Fashion and Development" zu diskutieren. Grundidee der Konferenz, die von Engagement Global mit organisiert wird, "ist es andere Perspektiven einzunehmen, nicht nur die eigene eurozentrische, sondern auch die von Experten aus anderen Ländern zu hören", erklärt Sabine Witt, Leiterin der Außenstelle Sachsen von Engagement Global.

Bildkorrekturen-Konferenz in Leipzig (DW/R. Castaneda)

IMS-Studierende tauschen sich auf der "Bildkorrekturen" Konferenz zum Thema "Fashion and Development" aus

Die Teilnehmer der Konferenz nutzten „Bildkorrekturen“ als Lernwerkstatt, um journalistische Kompetenzen zu vertiefen. Studierende der "International Media Studies" (IMS) an der DW Akademie gestalteten im Seminar "Projektmanagement" das Panel "Recycling? Upcycling? Cradle to Cradle? Sustainable Clothing?" - und übernahmen in Leipzig auch die Moderation dafür. Darüber hinaus gestalteten die Studierenden ein Abend-Event mit eigens erstellten viralen Social Media-Videos und einer nachhaltig in Erinnerung bleibenden Modenschau. Seminarleiterin Petra Kohnen, verantwortlich für die International Language Programs der DW Akademie, ist sehr zufrieden: "Die IMS-Studierenden waren eine wirkliche Bereicherung für die Konferenz. Das vorgegebene Thema 'Fashion & Development' hätte nicht besser umgesetzt werden können." Es habe sich erneut in der Praxis gezeigt, dass eine gute Vorbereitung unabdingbar sei. "Sie können wirklich stolz auf sich sein. Ich denke, für sie war es eine wichtige Erfahrung, bei so einer Riesen-Konferenz von der Idee bis zur Ausführung wirklich dabei gewesen zu sein."

Bildkorrekturen-Konferenz in Leipzig (DW/R. Castaneda)

Die Teilnehmer des Panels "Sustainable Fashion" diskutierten besonders die Unterschiede und verschiedenen Wirkungen von Recycling- und Upcyclingprozessen.

Mut zur Recherche

Experten und Journalisten aus Deutschland, Uganda, Rumänien, Usbekistan, Albanien, Italien und den Niederlanden diskutierten mit den Studierenden und stellten sich deren kritischen Fragen. Laura Stefanut, Investigativjournalistin aus Rumänien, ermutigte die angehenden Journalisten dazu, vor aufwendigen Recherchen in der Modebranche nicht zurückzuschrecken: "Wenn ihr große Geschichten macht, dann erzielt ihr auch eine Wirkung. Auch wenn diese für euch eher klein scheint und nur langsam eintritt - es geschieht ein Wandel." Stefanut hat in ihren Recherchen unter anderem aufgedeckt, dass das Label "Made in Europe" keineswegs eine Garantie für faire Arbeitsbedingungen in der Textilbranche ist. Auch in Rumänien und Bulgarien arbeiten besonders Frauen für zu wenig Geld und, laut Stefanuts Schilderungen, unter katastrophalen Bedingungen. 

Noch einiges aufzuholen

In weiteren Panels diskutierten die Konferenzteilnehmer über "Baumwollproduktion in Usbekistan", "Nachhaltigkeit in der Modeindustrie", und den "Mythos 'Made in Europe'". Neben einer internationalen Sichtweise aus Wirtschaft und Wissenschaft ging es dabei immer auch um den Umgang der Medien mit diesen Themen. "Durch die Diskussionen habe ich einen neuen Blick auf das Thema 'Fashion and Development' erhalten. Wir können nicht nur die Textilindustrie anklagen, sondern die ganze Gesellschaft und auch wir Journalisten sind in diesem Bereich gefragt und müssen mutig recherchieren", sagt Cindy Portillo, IMS-Studierende der DW Akademie. Alle Bildkorrekturen im Alltag umsetzen konnte die Studentin aus El Salvador allerdings noch nicht: "Ich persönlich finde es immer noch schwer, nachhaltig und fair zu konsumieren und denke, dass ich dort noch einiges aufzuholen habe."