Nächster Schlagabtausch zwischen Israelis und Hamas | Aktuell Nahost | DW | 31.01.2020
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Nahost-Konflikt

Nächster Schlagabtausch zwischen Israelis und Hamas

Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hat Israel wieder Ziele der Islamisten angegriffen. Auch der - von den Palästinensern verworfene - Friedensplan des US-Präsidenten dürfte die Gewaltspirale weiter drehen lassen.

Das israelische Luftverteidigungssystem Iron Dome fängt Raketen aus dem Gazastreifen ab (Foto: picture-alliance/dpa/A. Schalit)

Das israelische Luftverteidigungssystem Iron Dome fängt Raketen aus dem Gazastreifen ab (Archivfoto)

Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut mehrere Ziele der islamistischen Hamas im Gazastreifen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Palästinensergebiet gewesen, teilte die Armee mit. Zudem seien zuvor Ballons mit Sprengsätzen nach Israel geschickt und eine Beobachtungsantenne beschossen worden. Laut israelischem Rettungsdienst wurden in der Grenzstadt Sderot eine Frau und ihr drei Wochen altes Baby verletzt, als sie vor den Raketen Schutz suchte und mit dem Kind stürzte.

Militante Palästinenser hätten drei Raketen nach Israel abgefeuert, zwei seien vom Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen worden, teilte die Armee mit. Die Luftwaffe habe daraufhin unter anderem eine unterirdische Waffenfabrik der im Gazastreifen herrschenden Hamas attackiert. Wegen der Sprengstoffballons und des Beschusses der Antenne hatte Israels Militär schon am Donnerstagabend Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer beschossen. 

Mehr Soldaten nach Veröffentlichung von Nahostplan 

Bereits am Mittwochabend hatten Kampfflugzeuge nach einem Angriff mit einer Rakete sowie Brandballons auf Israel Stellungen der Hamas attackiert. Seit der Veröffentlichung des umstrittenen Nahostplans von US-Präsident Donald Trump am Dienstag postierte Israel zusätzliche Truppen an der Grenze zum Gazastreifen. Die Palästinenser lehnen den Plan strikt ab. Dieser sieht zwar eine Zwei-Staaten-Lösung vor, doch soll Jerusalem "ungeteilte Hauptstadt" Israels sein. Die Hauptstadt des Palästinenser-Staates bleibt auf ein Vorortareal von Jerusalem beschränkt. Zudem soll Israels Souveränität über die jüdischen Siedlungen im Westjordanland und über das Jordantal anerkannt werden. 

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Rund zwei Millionen Einwohner leben unter  schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen. Palästinenser protestieren regelmäßig gegen die Blockade. Die Hamas wird von Israel, den USA und der Europäischen Union als Terror-Organisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben.

sti/mak (afp, dpa)

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