Mythos Dresden - Der lange Schatten einer Bombennacht | DokFilm | DW | 13.02.2020
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DokFilm

Mythos Dresden - Der lange Schatten einer Bombennacht

Mehr als 100 deutsche Städte wurden im Zweiten Weltkrieg zum Ziel alliierter Luftangriffe. Über eine halbe Million Menschen verloren dabei ihr Leben. Doch keine der bombardierten Städte erlangte solch traurige Berühmtheit wie Dresden.

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Bereits wenige Tage nach dem verheerenden Angriff auf Dresdens Altstadt im Februar 1945 begann die politische Instrumentalisierung der Katastrophe. Auf Anweisung des Reichspropagandaministers Goebbels wurden die Opferzahlen in die Höhe getrieben. Im Gegenzug bemühten sich Briten und Amerikaner, den Angriff auf die Barockstadt als militärische Notwendigkeit zu legitimieren: "Dresden war in Wirklichkeit", so schrieb der für die Planung des Angriffs verantwortliche britische Marshall Arthur Harris im März 1945, "ein Haufen von Rüstungsfabriken, ein intaktes Verwaltungszentrum und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Das alles ist es jetzt nicht mehr." Damit waren die Eckpfeiler für die bis heute anhaltende Debatte um Dresden vorgegeben: Auf der einen Seite wurde die Stadt zum "deutschen Hiroshima" und unschuldigen Opfer eines "Terrorangriffs" stilisiert, auf der anderen Seite ihre Zerstörung als mehr oder minder bedauerlicher "Kollateralschaden" oder legitimer "Vergeltungsschlag" abgetan. Dresden wurde zum Mythos. Daran änderte sich auch nicht viel, als eine Historikerkommission nach über fünfjähriger Forschungsarbeit 2010 ihren Abschlussbericht vorlegte und die Opferzahl konkretisierte. Schwankten die Angaben vorher zwischen 35.000 und einer Million, so wurden sie nun in der Spanne zwischen mindestens 18.000 und maximal 25.000 festgeschrieben. Dennoch bleibt die Frage, warum ausgerechnet die weltberühmte Barockstadt wenige Wochen vor Kriegsende zum Ziel eines so verheerenden alliierten Luftschlags wurde.