Mysterium Narkose | DokFilm | DW | 13.06.2019
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DokFilm

Mysterium Narkose

Horrorszenario: Du wirst unter Vollnarkose operiert und - du bist wach! In Deutschland werden pro Jahr rund zehn Millionen Operationen unter Vollnarkose durchgeführt. Was dabei genau im Gehirn passiert, bleibt rätselhaft.

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Im Grunde wurden die heute angewendeten Narkosemittel durch Ausprobieren gefunden. Und die großen Fragen bleiben bislang unbeantwortet: Warum haben völlig unterschiedliche Narkosemittel genau denselben Effekt - Bewusstlosigkeit? Warum wirken sie bei einem Patienten perfekt und beim anderen kaum oder gar nicht? Wie können Forscher die Vollnarkose für die Patienten sicherer zu machen? Solange die Wissenschaft nach Antworten sucht, bleibt die Narkose eine riskante Angelegenheit. Vor allem für ältere Patienten birgt eine Operation große Gefahren: Zwischen 30 und 40 Prozent der über 60-jährigen leiden nach einer Vollnarkose unter einem "postoperativen kognitiven Defizit", auch Delir genannt. Die Ursachen für die Desorientierung und Halluzinationen sind nicht eindeutig geklärt. Aktuelle Studien legen nahe: Je tiefer die Narkose, desto höher ist das Risiko für eine kognitive Beeinträchtigung nach der Operation. Während einer Operation überwachen Anästhesisten Atmung, Blutdruck und Herzfrequenz. Auch die Hirnströme kontrollieren sie mit einem EEG, um zu beurteilen, ob der Schlaf tief genug ist. Anästhesisten bewältigen einen Balanceakt: Dosieren sie die Narkosemittel zu niedrig, wacht der Patient während der Operation auf. Ist die Narkose zu tief, steigt das Risiko für Folgeschäden. Schätzungen zufolge wachen in Deutschland jedes Jahr zwischen 10.000 und 16.000 Patienten während einer Vollnarkose auf. Wie lassen sich solche Zwischenfälle vermeiden? Und wie lässt sich die Narkose noch besser auf den Patienten und seine Krankengeschichte anpassen? Die Wissenschaftsdoku zeigt verschiedene Ansätze: Neue Medikamente, neue Messgeräte zur besseren Dosierung oder Hypnose als Alternative zur Vollnarkose.