Myanmar: Gemeinsam gegen Desinformation im Netz | Asien | DW | 08.05.2019
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Asien

Myanmar: Gemeinsam gegen Desinformation im Netz

Politisch motivierte Desinformation zu erkennen und zu bekämpfen ist in vielen Ländern, auch in Myanmar, eine Herausforderung. In einem Workshop beschäftigte sich die DW Akademie mit Ansätzen, um dem entgegenzuwirken.

Teilnehmerinnen des Verifizierungs-Workshops der DW Akademie in Myanmar (DW/J. Mayer)

Teilnehmerinnen des Verifizierungs-Workshops der DW Akademie in Myanmar

Die Technologie zur Verbreitung gefälschter Nachrichten und manipulierter Bilder auf sozialen Netzwerken wird immer ausgefeilter – doch auch die Werkzeuge zur Bekämpfung von Desinformation ziehen mit.

Geolokalisierung war ein Thema des Workshops. (DW/J. Mayer)

Geolokalisierung war ein Thema des Workshops.

Bei einem zweitägigen Intensivtraining in Yangon, Myanmar, vermittelten die Trainerinnen und Trainer der DW Akademie Methoden, mit denen sich Falschinformationen überprüfen und Hasssprache bekämpfen lässt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter MIDO, eine burmesische Organisation, die sich auf Fact-Checking und die Überwachung von Hasssprache spezialisiert hat.

"Ich habe im Workshop viel gelernt, zum Beispiel über das Thema Geolokalisierung", sagte MIDO-Mitglied Gar Gar. Geolokalisierung bezeichnet das Bestimmen des Standorts einer Person, z.B. über ein Mobiltelefon oder das Internet. So kann beispielsweise überprüft werden, ob bereitgestellte Bilder authentisch, manipuliert oder aus dem Zusammenhang gerissen sind.

Saung Kha ist der Gründer von Athan, einer Aktivistengruppe zur Förderung von Meinungsfreiheit in Myanmar. "Wir haben gefälschte Nachrichten und Hasssprache im Netz beobachtet", erklärte er. "Wir versuchen jetzt, dem entgegenzuwirken und wir brauchen solche Techniken wie die, die wir hier kennenlernen."

DW-Verifizierungsexpertin Julia Bayer war beeindruckt von den Netzwerken, die die teilnehmenden Organsiationen bereits knüpfen. (DW/J. Mayer)

DW-Verifizierungsexpertin Julia Bayer war beeindruckt von den Netzwerken, die die teilnehmenden Organsiationen bereits knüpfen.

Netzwerke sind unverzichtbar für Verifizierung

Trainerin Julia Bayer vom Social Media Team der Deutschen Welle war beeindruckt von der Zusammenarbeit einiger Organisationen. . "Ein Teilnehmer erzählte mir, dass er und seine Kollegen, wenn sie einen Bericht aus dem Rakhiaing-Staat machen [einer Verwaltungseinheit im Westen Myanmars, in der seit Jahren Konflikte schwelen], auch Videos für Mapillary drehen. So können andere später die Daten nutzen, um Nachrichten aus der Region zu überprüfen", sagte Bayer. Mapillary ist eine Crowd-Sourcing-Plattform, die Straßenbilder zur Erstellung hoch detaillierter Karten verwendet.

Auch die Deutsche Welle hat ein eigenes Verifikationstool entwickelt, Truly Media. Im Anschluss an den Workshop präsentierte Julia Bayer zusammen mit Wilfried Runde vom Innovationsteam der DW das Tool vor Organisationen und Medienvertretern. Sie diskutierten Wege zur Bekämpfung von Desinformation im Vorfeld der für 2020 geplanten Parlamentswahlen in Myanmar.

Vorbereitung auf Desinformationskampagnen im Vorfeld der Wahl

Fast 21 Millionen Facebook-Nutzer in Myanmar sind regelmäßig Falschinformationen und Hetze ausgesetzt, insbesondere wenn sie religiösen oder ethnischen Minderheiten angehören, Aktivisten oder Journalisten sind.

Bei einem Treffen mit Vertretern von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien wurde das Verifizierungstool Truly Media vorgestellt. (DW/J. Mayer)

Bei einem Treffen mit Vertretern von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien wurde das Verifizierungstool Truly Media vorgestellt.

Aus diesem Grund planen die zivilgesellschaftlichen Organisationen und Medien Myanmars, ihre verschiedenen Fähigkeiten und Ressourcen in Zukunft noch stärker miteinander zu teilen. Dies geschieht beispielsweise auf den Philippinen und in Indonesien, wo sich Fact Checking-Bündnisse gegründet und etabliert haben. In den kommenden Monaten werden ihre Kollegen in Myanmar ihre eigenen Möglichkeiten ausloten. Die DW Akademie steht zur Unterstützung bereit.

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