Myanmar: Armee kämpft im Westen des Landes | Aktuell Welt | DW | 15.05.2021
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Südostasien

Myanmar: Armee kämpft im Westen des Landes

An der Grenze zu Indien geht die Armee mit Waffengewalt gegen ethnische Widerstandskämpfer vor. Myanmars Militär setzt dort schwere Waffen gegen die Putschgegner ein. Die Stadt Mindat soll eingekesselt sein.

Myanmar nach Putsch Soldaten

Die Armee Myanmars kämpft jetzt auch mit schweren Waffen gegen Widerstandskämpfer im Westen das Landes (Archivbild)

Myanmars Militärjunta und eine Gruppe bewaffneter Widerstandskämpfer haben sich im westlichen Teilstaat Chin Gefechte geliefert. "Sie bringen Soldaten in Helikoptern, um unsere Stadt zu attackieren", sagte einer der Anführer der "Chinland Defense Force" in der Stadt Mindat der Deutschen Presse-Agentur. Einwohner von Mindat sprachen von Kriegszuständen. "In der Stadt sind etwa 20.000 Menschen eingesperrt", sagte ein Bewohner der Nachrichtenagentur Reuters.

"20.000 Menschen eingesperrt"

Örtlichen Medienberichten zufolge setzte die Armee dort schwere Waffen gegen die Putschgegner ein. Die bewaffneten Zivilisten hätten nach mehrtägigen Kämpfen der Junta die Stadt überlassen. Kinder seien von Geschosssplittern verletzt worden. Am Samstag wurden Berichten zufolge mindestens 15 Menschen verletzt. Dabei wurden mindestens fünf Angehörige einer Miliz getötet. "Mindestens fünf unserer Mitglieder wurden getötet und mehr als zehn weitere verletzt", teilte ein Sprecher der Verteidigungskräfte von Chinland (CDF) mit. 

Infografik Karte Vielvölkerstaat Myanmar DE

Der Vielvölkerstaat Myanmar

Das Militär in dem südostasiatischen Land hatte am 1. Februar geputscht und die Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. Seither versinkt Myanmar in Chaos und Gewalt.Die Armee versucht, jeden Widerstand brutal zu unterdrücken. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind seit dem Umsturz mindestens 788 Menschen getötet worden. Mehr als 5000 wurden inhaftiert.

Handgefertigte Gewehre

Bereits Ende April hatte es im Chin-Staat schwere Feuergefechte zwischen Armee und den Junta-Gegnern gegeben. Die "Chinland Defense Force" wurde nach eigenen Angaben am 4. April gegründet, um sich gegen das Militär zu wehren. Die Gruppe verfüge lediglich über handgefertigte Gewehre, habe jedoch deutliche Vorteile, weil sie die bergige Region an der Grenze zu Indien und Bangladesch sehr gut kenne.

nob/qu (rtr, dpa)

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