Mutmaßlicher Giftanschlag gibt Rätsel auf | Aktuell Deutschland | DW | 24.08.2021
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Deutschland

Mutmaßlicher Giftanschlag gibt Rätsel auf

Die gute Nachricht ist: Allen Opfern der Vergiftungen an der TU Darmstadt geht es besser. Die schlechte Nachricht: Noch weiß man nicht, wie das Gift in die Getränke kam, die die Opfer zu sich genommen haben.

Menschen mit Vergiftungserscheinungen an der TU-Darmstadt

Rettungswagen an der TU Darmstadt

Wenn eine Polizeibehörde eine 40-köpfige Mordkommission bildet, dann sind zumindest die Verdachtsmomente schwerwiegend: Nach dem Auftreten von Vergiftungserscheinungen bei sieben Menschen an der Technischen Universität (TU) Darmstadt sind Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts des versuchten Mordes gegen Unbekannt eingeleitet worden. Polizei und Staatsanwaltschaft in der südhessischen Stadt erklärten, sie gingen von einer vorsätzlichen Tat aus.

Täterwissen

Die Ermittler betonten zugleich, dass nach den Vorfällen keine akute Gefährdung mehr vorliege. In Lebensmitteln, die am Tatort beschlagnahmt wurden, habe das hessische Landeskriminalamt Stoffe nachgewiesen, deren Aufnahme zu den Symptomen geführt haben könnten, erklärten die Ermittler weiter. Um welche Substanzen es sich handelte, blieb zunächst unklar. "Mittlerweile haben wir da auch einen Befund, allerdings können wir diesen aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht benennen, weil es sich um Täterwissen handelt", sagte Staatsanwalt Robert Hartmann. Die Polizei riet dazu, nur Lebensmittel zu konsumieren, die jederzeit unter Aufsicht aufbewahrt wurden.

Vorübergehend Lebensgefahr

Am Montag war die Polizei in Darmstadt wegen des Vorfalls zu einem stundenlangen Großeinsatz ausgerückt. Bei sieben Menschen waren "schwere gesundheitliche Probleme bis hin zu Vergiftungserscheinungen" aufgetreten, nachdem sie in dem Gebäude L2.01 des Fachbereichs Material- und Geowissenschaften der Hochschule am Campus Lichtwiese etwas getrunken hatten. Zwei Menschen wurden in ein Krankenhaus nach Frankfurt/Main gebracht. Ein 30-jähriger Student schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Inzwischen muss keines der Opfer mehr in einem Krankenhaus behandelt werden. Das bestätigte ein Sprecher der TU. Das Gebäude, in dem es den Vorfall gegeben habe, verfüge noch über eine alte Schließanlage. Daher sei nicht nachvollziehbar, wer am Wochenende oder am Montag das Gebäude betreten habe, sagte TU-Kanzler Manfred Efinger.

Ersten Ermittlungen zufolge wurden zwischen Freitag und Montag unter anderem mehrere Milchpackungen und Wasserbehälter mit einem gesundheitsschädlichen Stoff versetzt. Besonders auffällig soll ein beißender Geruch der betroffenen Flüssigkeiten gewesen sein.

"Erschüttert"

Bereits am Montag hatte die TU von einem mutmaßlichen Giftanschlag gesprochen. "Wir sind erschüttert angesichts der offensichtlichen Straftat, die sich an unserer Universität ereignet hat", erklärte TU-Präsidentin Tanja Brühl. "Mein Mitgefühl gilt den Betroffenen, die umfassend ärztlich versorgt werden."

ml/fw (afp, dpa)

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