Mutmaßlicher Cyber-Dieb nach Milliardendiebstahl festgenommen | Aktuell Europa | DW | 26.03.2018
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Cyberkriminalität

Mutmaßlicher Cyber-Dieb nach Milliardendiebstahl festgenommen

Die spanische Polizei hat einen europaweit gesuchten Ukrainer geschnappt, der durch Finanzbetrug im Internet rund eine Milliarde Euro von Banken ergaunert haben soll. Er soll Kopf einer Cyber-Bande gewesen sein.

Niederlande Den Haag Europol Zentrale (Imago/CHROMORANGE)

Die Europol Zentrale in Den Haag (Archivbild)

Mehr als eine Milliarde Euro soll eine berüchtigte Cyber-Bande gestohlen haben, deren Chef die spanische Polizei nun festgenommen hat. Die Bande habe das Geld von über 100 Banken in rund 40 Ländern geraubt, teilte Europol in Den Haag mit. Der Kopf der Bande sei in der spanischen Küstenstadt Alicante festgenommen worden.

E-Mails mit Schadsoftware verschickt

Die Bande soll seit 2013 mit Schadsoftware Cyber-Angriffe auf Banken, E-Zahlungs-Systeme und andere Finanzinstitutionen unternommen haben. Allein die Schadsoftware "Cobald" habe es den Tätern ermöglicht, pro Beutezug bis zu zehn Millionen Euro zu ergaunern, teilte Europol mit.

Nach Erkenntnissen der Ermittler schickte die Bande virusverseuchte E-Mails an Bankmitarbeiter. Nach dem Öffnen der Anhänge installierte sich eine Schadsoftware, mit denen die Täter die Bank-EDV extern steuern konnten. Unter anderem konnten sie auf diese Weise Geldautomaten dazu bringen, große Summen auszuzahlen.

Eine halbe Million Euro allein in Madrid gestohlen

Die Bande habe sich so beispielsweise "Zugang zu praktisch allen russischen Banken" erschlichen, teilte das spanische Innenministerium mit. Allein an Geldautomaten in Madrid sei eine halbe Million Euro unberechtigt abgehoben worden.

An den Ermittlungen waren nach Europol-Angaben Behörden aus Spanien, den USA, Rumänien, Weißrussland und Taiwan beteiligt. Der Chef der Europol-Abteilung für Cyber-Kriminalität, Steven Wilson, bezeichnete die Festnahme des Ukrainers als "beträchtlichen Erfolg". Sie sende das Signal aus, dass Cyber-Kriminelle sich "nicht mehr hinter der internationalen Anonymität verstecken können".

cw/jj (afp, dpa)