Mutmaßliche Islamisten greifen Hotel in Mali an | Aktuell Afrika | DW | 07.08.2015
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Aktuell Afrika

Mutmaßliche Islamisten greifen Hotel in Mali an

Bewaffnete Angreifer haben ein Hotel im Landesinneren von Mali gestürmt, in dem westliche Ausländer wohnen, und sich darin verschanzt. Mindestens acht Menschen wurden getötet. Das Geiseldrama dauert an.

Mindestens acht Menschen sind bei einer Geiselnahme in einem Hotel in Mali getötet worden. Nach Angaben aus Militärkreisen hatten bewaffnete Angreifer das Hotel "Le Byblos" in dem Ort Sevare am Freitagmorgen gestürmt. Es folgten Schusswechsel zwischen den mutmaßlichen Islamisten und der Armee. Dabei wurden mindestens acht Menschen getötet, unter ihnen sollen auch Soldaten sein. Laut Armeekreisen waren mindestens fünf Ausländer als Gäste in dem Hotel registriert: drei Südafrikaner, ein Franzose und ein Ukrainer.

Entführung misslungen

Ein Einwohner von Sevare sagte am Telefon, die Angreifer hätten versucht, westliche Ausländer zu entführen, dies sei aber nicht geglückt. Daraufhin hätten sich die Angreifer im Hotel verschanzt. Das ukrainische Außenministerium bestätigte, dass sich ein Ukrainer unter den im Hotel festgesetzten Geiseln befindet. Südafrikas Außenministerium erklärte lediglich, dass es über die Situation informiert sei und die Botschaft im Kontakt mit den Behörden stehe.

Die französische Regierung äußerte sich bislang nicht. Die russische Botschaft in Bamako erklärte laut der Nachrichtenagentur Interfax, dass auch ein Russe in dem Hotel festgehalten werde. Möglicherweise gehören die Geiseln zur UN-Mission Minusma in Mali, deren Mitarbeiter regelmäßig in dem Hotel absteigen.

Französisches Militär hält Islamisten auf

Nach einem Militärputsch war der Norden von Mali 2012 in die Hände muslimischer Extremisten gefallen. Ihr Vormarsch in den Süden des westafrikanischen Landes war im Jahr darauf durch eine Militärintervention Frankreichs gestoppt worden. Kleine Gruppen verüben aber immer noch Anschläge in den Wüstengebieten Malis.

Am Montag waren ein Militärlager überfallen und elf Soldaten getötet worden. Zu dem Angriff in dem Ort Gourma-Rharous nahe Timbuktu hatte sich die Dschihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bekannt.

Bundeswehr in Mali engagiert

Frankreich hatte seinen Militäreinsatz später der UN-Blauhelmtruppe Minusma übergeben. Die Europäische Union übernahm zudem die Ausbildung einheimischer Soldaten im Süden des Landes. Die deutsche Bundeswehr ist daran maßgeblich beteiligt. Es gibt zudem auch Überlegungen das deutsche Militärengagement in den Norden von Mali auszuweiten.

uh/sp (afp,dpa,rtr)