Mut zum höchsten Amt | Aktuell Asien | DW | 08.10.2012
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Aktuell Asien

Mut zum höchsten Amt

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat ihre Bereitschaft erklärt, Präsidentin von Birma zu werden. Trotz demokratischer Reformen in der früheren Militärdiktatur ist das aber nicht so einfach.

Aung San Suu Kyi im Parlament in Rangun (Foto: AP/dapd)

Aung San Suu Kyi

Birmas Oppositionschefin macht ernst: "Als Chefin einer politischen Partei habe ich den Mut, Präsidentin zu sein, wenn das Volk es wünscht", erklärte Aung San Suu Kyi in Rangun.

Die 67-Jährige stand wegen ihrer Opposition zu der lange regierenden Militärjunta fast 15 Jahre unter Hausarrest. Vor zwei Jahren kam sie auf freien Fuß. Seit den Nachwahlen zum Unterhaus Anfang April hat sie einen Sitz im Parlament.

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Verfassung muss geändert werden

Damit Suu Kyi ins höchste Staatsamt aufsteigen kann, tritt ihre Partei, die Nationalliga für Demokratie (NLD), dafür ein, dass die Verfassung entsprechend geändert wird. Denn derzeit verwehrt diese es Suu Kyi, an die Spitze Birmas zu treten. In der unter der damaligen Militärjunta verabschiedeten Verfassung von 2008 ist festgeschrieben, dass nur Staatsoberhaupt werden kann, wer in seiner engsten Familie keine Ausländer hat. Suu Kyi war mit einem Engländer verheiratet. Er starb 1999.

Seit 2011 hat Birma eine zivile Regierung, die sich allerdings weitgehend aus Parteigängern der alten Junta zusammensetzt. Dazu gehört auch der Präsident, Ex-General Thein Sein. Mit weitreichenden Reformen und der Freilassung von Hunderten politischen Gefangenen hat er international Anerkennung erlangt. Mehrfach traf er sich mit Suu Kyi, zuletzt bei den Vereinten Nationen in New York.

Mitte September reiste Suu Kyi erstmals nach über zwanzig Jahren in die USA, wo sie im Weißen Haus von Präsident Barack Obama empfangen wurde. Der Kongress verlieh ihr seine Goldmedaille in Anerkennung ihres langjährigen Kampfes für Demokratie und Freiheit.

uh/sti (dpa,ap)

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