Musikmanager wird documenta-Geschäftsführer | Kunst | DW | 09.04.2018
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Kunst

Musikmanager wird documenta-Geschäftsführer

Der Musikmanager Wolfgang Orthmayr hat seit dem 1. April vorübergehend die Aufgabe als Geschäftsführer der documenta in Kassel übernommen. Dies teilte die Stadt Kassel am Montag (09.04.2018) mit.

Der 58-jährige Hamburger, der in den vergangenen Jahren unter anderem bei einer Musical-Firma, bei Sony Music und der Musikhandelskette World of Music tätig war, hat die Aufgabe von seiner Vorgängerin Annette Kulenkampff übernommen. Kulenkampff war in die Kritik geraten, als ein Defizit der documenta im Ausstellungsjahr 2017 bekannt wurde. Nach jüngsten Angaben beträgt es 5,4 Millionen Euro.

Die Stadt Kassel ist Gesellschafterin der weltweit renommierten Ausstellung für moderne Kunst. Sie hatte am 27.11.2017 mitgeteilt, dass die bisherige Geschäftsführerin der "documenta und Museum Fridericianum gGmbH", Annette Kulenkampff, vorzeitig zum 1. Juni 2018 aus ihrem Dienst ausscheiden werde. Ihr Weggang sei nach "einer erfolgreichen documenta 14 in beiderseitigem Einvernehmen" erfolgt, hieß es damals. Bis zu ihrem Ausscheiden wirkte Kulenkampff an der Schaffung wichtiger struktureller Voraussetzungen für eine erfolgreiche documenta 15 mit. Dies schloss auch die Findung der künstlerischen Leitung der kommenden Kunstschau im Jahr 2022 mit ein.

Kein direkter Zusammenhang mit Bilanz

Nach Meldungen über das Defizit von 5,4 Millionen Euro hatten die Stadt Kassel und das Land Hessen die Zahlungsfähigkeit mit einer Bürgschaft von acht Millionen Euro gesichert. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Bilanz und Kulenkampffs Abschied stellte die Stadt Kassel bis heute nicht her. Die documenta 14 unter der künstlerischen Leitung von Adam Szymczyk hatte 2017 erstmals an zwei Standorten stattgefunden: neben Kassel auch in Athen. Die Kosten in der griechischen Hauptstadt gelten als Ursache des Defizits. Dort sind nach Angaben der Stadt Kassel Budgets bei Personal-, Transport-, Raum- und Sicherheitskosten überschritten worden.

nf/pj (dpa/Stadt Kassel)

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