Moskaus Fragen im Fall Skripal | Aktuell Europa | DW | 31.03.2018
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Diplomatie und neue Spannungen

Moskaus Fragen im Fall Skripal

Der diplomatische Schlagabtausch zwischen Russland und der westlichen Welt scheint mit der gegenseitigen Ausweisung von Diplomaten vorerst abgeschlossen. Jetzt stellt Moskau 27 konkrete Fragen zum Fall Skripal.

Nach dem Anschlag in Salisbury (picture-alliance/dpa/AP/F. Augstein)

Wurde der Anschlag auf Skripal hier in seinem Haus verübt? Die Untersuchungen laufen noch

Die russische Botschaft in London warf der britischen Regierung eine klare Verletzung ihrer Verpflichtung gemäß des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen vor. Der Grund: Sie beantworte offene Fragen im Fall des vergifteten Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter nicht. Die Russen listen 27 konkrete Fragen auf. Dabei geht es unter anderem um politische Angelegenheiten wie die Verweigerung des Zugangs russischer Diplomaten zu Skripal und die Frage, wie die politischen Sanktionen zu der Aussage von Scotland Yard passten, dass die Ermittlungen noch Monate in Anspruch nehmen würden.

Es geht aber auch um konkrete Fragen nach dem verabreichten Gegenmittel oder dem Ort der Vergiftung. Nach britischer Auffassung sind Skripal und seine Tochter vor vier Wochen mit einem in der Sowjetunion hergestellten Kampfstoff vergiftet worden.

Die ausgestreckte Hand

Die Ausweisung westlicher Diplomaten durch die russische Regierung ist weitgehend mit Gelassenheit aufgenommen worden. Mit der Maßnahme war offensichtlich gerechnet worden. Deutschlands Außenminister Heiko Maas bezeichnete den russischen Schritt als "nicht überraschend". Er hob hervor, dass die Bundesregierung trotz der diplomatischen Spannungen weiter im Gespräch mit Moskau bleiben wolle.

Auch die USA scheinen die Hand auszustrecken. Washington bot Russland an, die aus den USA ausgewiesenen Diplomaten durch andere zu ersetzen. "Die USA haben 48 russische Geheimdienstoffiziere ausgewiesen, aber sie verlangen nicht von der russischen Vertretung, die Gesamtzahl ihres Personals zu reduzieren", sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP.

Australiens Premier Malcolm Turnbull bezeichnete die Ausweisung zweier australischer Diplomaten als "enttäuschend, wenn auch nicht unerwartet". In einer gemeinsamen Stellungnahme mit Außenministerin Julie Bishop sagte er, es gebe keine Rechtfertigung für die russische Aktion.

Aeroflot Airbus A320 (picture-alliance/Russian Look/L. Faerberg)

Aeroflot-Flieger im Visier der britischen Behörden (Archivbild)

"Weitere Provokationen"

Am Londoner Flughafen Heathrow wurde Medienberichten zufolge unterdessen eine Maschine der russischen Fluglinie Aeroflot durchsucht. Die russische Botschaft in London verurteilte die Aktion als "eine weitere offensichtliche Provokation durch die britischen Behörden" und forderten vom Außenministerium eine Erklärung für den Vorgang. Ob die Durchsuchung im direkten Zusammenhang mit dem Fall Skripal steht, ist noch unklar.

fab/AR (dpa, afp)