Minister will Batterien ″Made in Germany″ | Wirtschaft | DW | 18.09.2018
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E-Mobilität

Minister will Batterien "Made in Germany"

Wirtschaftsminister Peter Altmaier hat die Fertigung von Batterien für E-Autos in Deutschland angekündigt: "Im Rahmen unserer Industriestrategie werden wir eine Produktion von Batteriezellen in Deutschland auflegen."

Um im Wettbewerb mit Asien bestehen zu können, soll in Deutschland eine Batteriezellen-Fabrik gebaut werden. "Wir werden eine Batteriezellen-Produktion in Deutschland eröffnen", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nach einem Treffen mit EU-Energiekommissar Maros Sefcovic (Artikelbild). Details gab er nicht bekannt. "Aber wir sind mitten in den Vorbereitungen."

Es müssten, so Altmaier in Brüssel, noch Wettbewerbsfragen geklärt werden, unter anderem mit der EU-Kommission. Im November solle es in Berlin dann die letzten Gespräche geben vor dem Start. "Europa wird in einigen Jahren eine wettbewerbsfähige Batteriezellenbranche haben, die ohne Staatshilfe überleben kann."

Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland

Altmaier und Sefcovic treiben seit einem Jahr den Aufbau einer Batterieproduktion in Europa voran. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel wirbt wie ihr Wirtschaftsminister seit Monaten für den Aufbau einer Batteriezellenfertigung für E-Autos in Deutschland. Um die Spitzenstellung der deutschen Autoindustrie und des Wirtschaftsstandorts Deutschlands abzusichern, müsse die deutsche und europäische Industrie auf diesem Feld eigene Kompetenzen entwickeln.

Verlasse sich Europa hingegen auf Batterie-Produzenten aus Asien, werde das auf längere Sicht auch zum Abfluss von Arbeitsplätzen in der Autobranche führen.

Wegen der wachsenden Zahl von Elektroautos in Europa steigt in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Batterien sowie Batteriezellen. Deutschland strebt eine Batteriezellen-Produktion auch der neuen Generation an. Dazu ist ein Konsortium privater Unternehmen erforderlich.

Batterien aus der Lausitz?

Derzeit kaufen VW, Daimler und BMW Zellen in Asien und bauen diese dann selbst zu großen Akkus für ihre Elektroautos zusammen. Die Bundesregierung und Gewerkschaften befürchten deshalb eine zu starke Abhängigkeit von asiatischen Zulieferern und dringen seit längerem auf eine nationale oder zumindest europäische Lösung.

Wo genau die von Altmaier vorangetriebene Batteriezellen-Fertigung entstehen soll, sagte der CDU-Politiker nicht. Bei einem Treffen in Berlin im November solle das Projekt vorangebracht werden, sagte er.

Der "Tagesspiegel" hatte vergangene Woche von einem Milliardenprojekt von Altmaiers Ministerium in der Lausitz berichtet. Der Zeitung zufolge erwägt das Wirtschaftsministerium, dort gemeinsam mit Polen eine Batteriezellen-Fabrik zu bauen und dazu eine Milliarde Euro bereitzustellen.

dk/sti (dpa, rtr)