Minister beraten über bessere Integrationsmaßnahmen | Deutschlehrer-Info | DW | 11.04.2019
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Deutschlehrer-Info

Minister beraten über bessere Integrationsmaßnahmen

Viele Migranten scheitern bei Einstellungstests an der Sprache. Besser koordinierte Förderangebote sollen helfen. Wie das gehen soll, beraten die Integrationsminister der 16 Bundesländer für zwei Tage in Berlin.

Während viele Betriebe in Deutschland Fachkräfte suchen, suchen Tausende Migranten Arbeit. Auch wenn das fachliche Profil passt, scheitert das Arbeitsverhältnis häufig an der sprachlichen Barriere. Erst vor kurzem wurden Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bekannt, nach denen jeder zweite Teilnehmer eines Integrationskurses im Deutschtest durchfällt.

Am 11. und 12. April beraten die Integrationsminister und Senatoren bei der 14. Integrationsministerkonferenz darüber, wie sie Migranten eine bessere Perspektive bieten können. Die jährliche Konferenz findet diesmal in Berlin statt und trägt das Motto „Ankommen. Teilhaben. Bleiben.“ Auch diesmal liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Lernen der deutschen Sprache.

„Die Sprache ist das A und O“, sagte Berlins Integrationsministerin Elke Breitenbach vor der Konferenz. „Ohne Sprache werde ich mir nie eine berufliche Perspektive aufbauen können, ohne Sprache werde ich nie ein Teil dieser Gesellschaft sein.“ Für Breitenbach müssten die verschiedenen Angebote zwischen Bund, Ländern und Kommunen besser aufeinander abgestimmt werden. Bisher sei das überhaupt nicht der Fall. „Das ist ein ernsthaftes Problem,“ sagt sie.

Sprachkurse für alle Ausländer

Allerdings sieht die Senatorin von der Partei „Die Linke“ nicht nur Koordinationsbedarf: „Sprache ist zentral, deshalb brauchen wir für alle Menschen, die hierherkommen, Zugang zu Sprachkursen.“ Die Betonung liegt hier auf „alle“. Breitenbach fordert die Bundesregierung auf, die Integrationskurse des BAMF für mehr Zuwanderer als bisher zu öffnen.

Bislang haben nur Menschen mit einem Aufenthaltstitel einen Anspruch auf eine Teilnahme an einem Integrationskurs, in dem außer der deutschen Sprache auch Wissen über Deutschland vermittelt wird. Geflüchtete, die noch im laufenden Asylverfahren oder lediglich geduldet sind, können nur unter ganz bestimmten Umständen daran teilnehmen. Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten oder aus Ländern, für die kein Abschiebestopp gilt, haben ebenso wenig Anspruch auf einen Integrationskurs wie EU-Bürger. Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Annette Widmann-Mauz hatte Mitte März gefordert, Sprachkurse für alle Geflüchteten in Deutschland zu öffnen. ​​​​​

Weniger als die Hälfte der Ausländer finden Arbeit

Laut Bundesagentur für Arbeit findet nur etwas mehr als jeder zweite Zuwanderer aus den südlichen und östlichen EU-Ländern eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland. Von den Migranten aus den Herkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien schafft das gut ein Viertel. Unter allen Ausländern in Deutschland liegt die Quote bei 43,6 Prozent.

Das sei eine absurde Situation, findet Breitenbach, zumal aktuelle Gesetze den Weg zu Ausbildung und Arbeit erleichtert hätten: „Unternehmen, die händeringend nach Fachkräften suchen, verstehen das nicht. Gute Leute fallen durch die Prüfungen, weil sie nicht ausreichend Deutsch können.“

Um insbesondere EU-Bürgern bessere Starthilfen in den deutschen Arbeitsmarkt zu bieten, fordert das Gastgeberland der Integrationsministerkonferenz Berlin zielgruppengerechte Angebote von der Bundesagentur für Arbeit, die künftig auch mehrsprachig erreichbar sein soll.

Die Themen der 14. Integrationsministerkonferenz sind jedoch keineswegs neu: Integration und Teilhabe durch Deutschlernen und Erwerbstätigkeit sind ebenso Dauerbrenner wie Antidiskriminierungsprogramme und zielgruppengerechte Angebote wie Kinderbetreuung während der Integrationskurse.

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