Mindestens 31 Tote bei Panik während Aschura-Prozession im Irak | Aktuell Asien | DW | 10.09.2019
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Irak

Mindestens 31 Tote bei Panik während Aschura-Prozession im Irak

Es geschah in der Pilgerstadt Kerbela bei einer Versammlung von hunderttausenden Schiiten. Rund 100 Menschen erlitten Verletzungen. Möglicherweise löste das Zusammenbrechen eines Gehsteges die Katastrophe aus.

Während des Festes wurde auch eine Szene der Schlacht von Kerbela von 680 nachgespielt (Foto: Reuters/A. Dhiaa Al-Deen)

Während des Festes wurde auch eine Szene der Schlacht von Kerbela von 680 nachgespielt

Während der Feiern zum schiitischen Aschura-Fest im Irak sind mindestens 31 Gläubige im Gedränge zu Tode gekommen. In der südirakischen Pilgerstadt Kerbela wurden zudem rund 100 Menschen verletzt, als es während der Feiern zu Panik unter den Teilnehmern kam, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die genaue Ursache des Unglücks ist noch unklar. Nach Auskunft von Sicherheitspersonal brachen offenbar Teile eines Gehsteges zusammen.

Kerbela - südlich der Hauptstadt Bagdad gelegen - ist Zentrum des schiitischen Aschura-Festes. Wie jedes Jahr hatten sich dort hunderttausende Schiiten versammelt, um des Todes des schiitischen Imam Hussein zu gedenken. Der Enkel des Propheten Mohammed war im Jahr 680 mit seinen Getreuen bei der Schlacht von Kerbela im Kampf gegen den Kalifen Jasid getötet worden. Die Schlacht markiert die Spaltung zwischen Schiiten und Sunniten. In Erinnerung an seinen Tod wird am zehnten Tag des Trauermonats Muharram das Aschura-Fest begangen, bei dem sich schiitische Gläubige zum Zeichen der Trauer und Buße selbst geißeln und den Schädel aufritzen.

Während der Herrschaft von Diktator Saddam Hussein waren Aschura-Feiern verboten, doch ist Aschura heute ein nationaler Feiertag. 2005 hatte es bei einem Pilgermarsch zum Imam-Kadhim-Schrein in Bagdad mindestens 965 Tote gegeben, als nach Gerüchten über einen Selbstmordattentäter in der Menge Panik ausbrach.

sti/uh (afp, ap, dpa, rtr)