Mindestens 16 Tote bei Anschlagsserie in Zentralafrikanischer Republik | Aktuell Afrika | DW | 02.05.2018
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Terrorismus

Mindestens 16 Tote bei Anschlagsserie in Zentralafrikanischer Republik

Bei Anschlägen auf eine katholische Kirche, eine Moschee und Krankenhäuser in der Hauptstadt der zentralafrikanischen Republik sind mindestens 16 Menschen getötet worden. Menschenrechtler fordern einen besseren Schutz.

Zentralafrika Anschläge auf Kirche und Moschee (Reuters)

Ein Krankenwagen bringt Verletzte in ein Krankenhaus

Bewaffnete Angreifer hätten die Kirche Notre Dame di Fatima in Bangui umstellt und zu schießen begonnen, sagte der Augenzeuge Saint Cyr. Unter den Todesopfern befinde sich auch ein christlicher Priester. Nach einer Meldung des Informationsdienstes Vatican News warfen die Täter während einer Messe Handgranaten in die Kirche. Eine Moschee und Gesundheitseinrichtungen seien ebenfalls von Bewaffneten mit Sprengsätzen angegriffen worden.

Etwa 30 Verletzte wurden in ein Krankenhaus in Bangui gebracht, wie ein Sprecher der Klinik mitteilte. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen gab an, rund 50 Verletzte versorgt zu haben. Die genaue Anzahl der Getöteten und Verletzten sei unklar, meldete Vatican News und berief sich auf örtliche Quellen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen geht von etwa 99 Verletzten aus.

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Zentralafrikanische Republik: Zunehmende Gewalt (17.12.2017)

Konflikte zwischen Muslimen und Christen seit 2013

Wer für die Anschläge verantwortlich ist, ist unklar. Seit Beginn des Bürgerkriegs 2013 kommt es in Bangui und anderen Regionen des Landes immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen. Erst vor wenigen Wochen hatte der gemeinsame Versuch von UN-Soldaten, zentralafrikanischen Soldaten und Polizisten, in einem stark muslimisch geprägten Stadtviertel kriminelle Gruppierungen zu entwaffnen und festzunehmen, einen tragischen Ausgang genommen. Mehrere Menschen, darunter Blauhelmsoldaten, wurden getötet und verwundet.

Die Kirche Notre Dame war bereits im Mai 2014 von muslimischen Rebellen angegriffen geworden. Damals wurden rund 15 Gottesdienstbesucher getötet, woraufhin Christen Vergeltung an einer Moschee übten.

Zentralafrika Anschläge auf Kirche und Moschee (Reuters)

Empörte Demonstranten verlangen mehr Sicherheit für die Zivilbevölkerung

Menschenrechtler fordern größeren Schutz

Der Direktor der GfbV, Ulrich Delius, forderte einen wirksameren Schutz der Zivilbevölkerung. "Wieder einmal eskaliert die Gewalt zwischen Christen und Muslimen in der Zentralafrikanischen Republik, obwohl dem Konflikt nicht primär religiöse Spannungen zugrunde liegen". Im Machtkampf um den Zugang zu Diamantenminen werde Religion "von allen Seiten missbraucht", so Delius. "Die UN-Friedensmission Minusca scheint selbst in der Hauptstadt Bangui mit der Sicherung des Friedens überfordert zu sein", erklärte er. Die Menschenrechtler von der GfbV fordern deswegen die Neuentwicklung eines Sicherheitskonzeptes, um einen erneuten Ausbruch des Bürgerkriegs zu verhindern.

Führende katholische Geistliche und muslimische Imame engagieren sich seit Jahren für einen friedlichen Umgang der Bürger und die Verständigung der Religionen.

rös/hk (dpa, kna, rtre, afpe)

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