Milliardenhilfe für Venezuelas Flüchtlinge | Aktuell Welt | DW | 26.05.2020
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Geberkonferenz

Milliardenhilfe für Venezuelas Flüchtlinge

"Ein sehr außergewöhnliches Ergebnis": Gut zweieinhalb Milliarden Euro sind bei einer internationalen Geberkonferenz für die Leidtragenden der politischen Krise in Venezuela zusammengekommen.

Insgesamt gebe es Hilfszusagen über 2,79 Milliarden US-Dollar (umgerechnet rund 2,56 Milliarden Euro), teilte Spaniens Außenministerin Arancha González Laya (Artikelbild) nach der online abgehaltenen Geberkonferenz mit, die ihr Land gemeinsam mit der Europäischen Union organisiert hatte. "Wir haben die internationale Gemeinschaft mobilisiert, um Millionen vertriebene Venezolaner und die lateinamerikanischen Länder, die sie aufnehmen, zu unterstützen", erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

Rund 600 Millionen Euro sollen als nicht rückzahlbare Zuschüsse fließen. 60 Prozent davon stellt nach eigenen Angaben die EU. Das Geld soll demnach in die humanitäre Hilfe und Integrationsprojekte in den Aufnahmeländern - insbesondere Kolumbien, Peru und Ecuador - fließen. UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi lobte die finanziellen Zusagen als "ein sehr außergewöhnliches Ergebnis".

"Politische Lösung" gesucht

Deutschland steuerte 22 Millionen Euro bei. Damit erhöhe sich der Beitrag der Bundesregierung in diesem Jahr auf insgesamt 55 Millionen Euro, rechnete Außenminister Heiko Maas vor. "Es ist aber auch klar, dass dringend eine politische Lösung für die Situation in Venezuela gefunden werden muss. Nur so kann sich die permanent verschlechternde humanitäre Lage dort nachhaltig entspannen", betonte Maas.

Venezuela Flüchtlinge an der Grenze zu Kolumbien bei Cucuta (picture-alliance/AP Photo/M. Mejia)

Venezolanische Flüchtlinge an der Grenze zu Kolumbien (Archivbild)

Venezuela leidet schon seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, die zuletzt durch die Coronavirus-Pandemie verschlimmert wurde. Nach Angaben der EU haben in den vergangenen Jahren mehr als fünf Millionen Menschen das Land verlassen. Zudem ist es in einen erbitterten Machtkampf zwischen Präsident Nicolás Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó verstrickt. Guaidó wird von mehr als 50 Staaten offiziell als Übergangspräsident anerkannt, unter ihnen die USA und Deutschland.

Trotz massiven Drucks aus Washington und der verheerenden Lage in Venezuela hält sich Maduro aber weiter an der Macht. Er kann abgesehen von der Unterstützung des Militärs auch auf Russland, China und den Iran zählen.

wa/ack (afp, epd, dpa)

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