Militärbudget in USA zehn Mal höher als in Russland | Aktuell Welt | DW | 15.02.2019
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Sicherheitspolitik

Militärbudget in USA zehn Mal höher als in Russland

Laut einer Studie geben die USA weltweit am meisten Geld für die Verteidigung aus, gefolgt von China und Saudi-Arabien. In Europa ist Großbritannien der Spitzenreiter bei den Militärausgaben.

Die USA haben 2018 mehr als zehn Mal so viel Geld für Verteidigung ausgegeben wie Russland. Mit einem Budget von 643,3 Milliarden US-Dollar (rund 570 Milliarden Euro) lagen sie weit vor aufstrebenden Militärmächten wie China und Saudi-Arabien, die auf einer Rangliste des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) noch vor Russland auf Platz zwei und drei liegen. Russland gab demnach zuletzt lediglich 63,1 Milliarden Dollar aus. China kam auf 168,2 und Saudi-Arabien auf 82,9 Milliarden Dollar.

In dem jährlichen Bericht "Military Balance" heißt es weiter, unter den europäischen NATO-Ländern sei Großbritannien mit Verteidigungsausgaben in Höhe von 56,1 Milliarden US-Dollar die Nummer eins. Es folgen Frankreich mit 53,4 Milliarden Dollar und Deutschland mit 45,7 Milliarden Euro. Zusammen geben sie immerhin noch rund zweieinhalb Mal so viel aus wie Russland.

Russische «Iskander»-Rakete (picture-alliance/dpa/TASS/D. Sorokin)

Russische "Iskander"-Rakete: Bei den Miiltärausgaben liegt Russland weltweit auf Platz vier

Beobachter warnen indes davor, die Zahlen als Argument zu nehmen, bei den Verteidigungsausgaben in Europa wieder auf die Bremse zu treten. "Die Russen bekommen viel Schlagkraft aus dem Geld, das sie investieren", sagte IISS-Experte Francois Heisbourg bei der Vorstellung des Berichts auf der Münchner Sicherheitskonferenz. In Europa sei dies nicht unbedingt der Fall, so Heisbourg.

Europäer weit unter NATO-Ziel

Laut dem Bericht liegen die Rüstungsausgaben der Europäer hundert Milliarden Dollar unter der langfristigen Zielvorgabe der NATO. Die 27 europäischen NATO-Staaten müssten ihre Rüstungsausgaben um 38 Prozent erhöhen, um die bis 2024 vereinbarte Zielmarke von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu erreichen. Im vergangenen Jahr hätten die Europäer dieses Ziel noch um insgesamt 102 Milliarden Dollar verfehlt.

Die NATO hatte 2014 vereinbart, die Verteidigungsausgaben bis 2024 "Richtung zwei Prozent" zu steigern. Zum Ärger von US-Präsident Donald Trump liegen aber viele europäische Staaten, darunter auch Deutschland, weit unter dieser Zielmarke. Trump wirft ihnen daher vor, ihren Verpflichtungen in dem Militärbündnis nicht nachzukommen.

uh/stu (dpa,afp)

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