Militär in Venezuela greift Maduro-Gegner an | Aktuell Amerika | DW | 15.01.2018
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Südamerika

Militär in Venezuela greift Maduro-Gegner an

In einer dramatischen Operation hat das Militär in Venezuela eine Gruppe Aufständischer angegriffen. Darunter ist Oscar Pérez, der im Juni mehrere Granaten auf den Obersten Gerichtshof Venezuelas abgefeuert hat.

Seitdem gilt Oscar Pérez Venezuelas Führung als Terrorist. Für Präsident Nicolás Maduro ist er der Staatsfeind Nummer Eins. Die Gruppe um den ehemaligen Piloten der Polizeieinheit CICPC hatte zur Rebellion gegen Maduro aufgerufen. Bei einem Einsatz gegen die Aufständischen in der Siedlung El Junquito bei Caracas wurden mehrere Menschen getötet und verletzt, wie die Regierung mitteilte. Fünf Verdächtige seien festgenommen worden. Seit dem Morgen war die Siedlung vom Militär umstellt worden. Es kam zu heftigen Feuergefechten.

Das Schicksal von Pérez ist unklar. Über soziale Medien meldete sich der seit über einem halben Jahr Gesuchte aus seinem Unterschlupf. Mehrere Instagram-Videos zeigten ihn mit blutverschmiertem Gesicht. Darin sagte Pérez, er sei von Sicherheitskräften umstellt, die mit Granaten auf ihn zielten und ihn töten wollten.

Spektakuläre Hubschrauberattacke in Caracas

Pérez hatte Ende Juni 2017 von sich reden gemacht, als der Polizei-Pilot mit einem gekaperten Hubschrauber das Innenministerium in Caracas beschoss und Granaten auf den Obersten Gerichtshof abfeuerte. Menschen kamen bei der Aktion nicht zu schaden.

Venezuela Polizist Oscar Perez bei einem Protest in Caracas (Getty Images/AFP/I. Zugasti)

Oscar Peréz im Juli in Caracas

Terrorist oder Befreier Venezuelas?

Die sozialistische Regierung von Präsident Maduro sprach damals von einem Putschversuch. Maduro beschrieb Pérez als "fanatischen, extremistischen Terroristen" und ließ seit Monaten nach ihm suchen.

Pérez hingegen sieht sich als Anführer zur Befreiung des Landes vom Sozialismus. In einem "Manifest" sprach der Ex-Polizist von einer "Koalition zwischen Militärs, Polizisten und Zivilisten" - aber die Rebellengruppe war wohl eher klein.

Nach Misswirtschaft und gesunkenen Öleinnahmen steht das Land mit den größten bekannten Ölreserven vor dem Kollaps, es gibt die höchste Inflation der Welt, Lebensmittel sind knapp und extrem teuer. Zuletzt nahmen landesweit Plünderungen zu.

qu/haz (rtr, dpa, afp, APE)

 

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