Migranten in Kühllastwagen in Calais entdeckt | Aktuell Europa | DW | 27.10.2019
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Schleuserkriminalität

Migranten in Kühllastwagen in Calais entdeckt

Der Lkw in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais will auf eine Fähre Richtung Großbritannien fahren, als Kontrolleure Alarm schlagen. Im Laderaum sind acht Menschen, darunter vier Kinder. Sie haben wohl Glück gehabt.

Frankreich Hafen in Calais (picture-alliance/dpa/M. Demeure)

In Calais fahren Lkw auf eine Fähre mit Ziel Großbritannien

Die Temperatur in dem Kühllastwagen lag bei sieben Grad Celsius. Die acht Menschen wurden mit Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht, wie die französischen Behörden mitteilten. Die Migranten hätten angegeben, aus Afghanistan zu stammen.      

Die beiden rumänischen Fahrer des Kühllastwagens wurden festgenommen. Von wo aus der Lkw den Fährhafen Calais am Ärmelkanal angesteuert hat, ist bislang unbekannt.

Schleuserbanden bringen immer wieder Flüchtlinge in Lastwagen nach Europa und setzen sie dabei größten Gefahren aus. Vor fünf Tagen sorgte der Fund von 39 Leichen in einem Lkw-Container östlich der britischen Hauptstadt London für Entsetzen. Die Polizei konzentriert sich derzeit auf Vietnam als Herkunftsland der mutmaßlichen Migranten. Zunächst hatten die Ermittler angenommen, es handele sich bei den Toten um Chinesen.

Großbritannien Grays 39 Tote in LKW-Container entdeckt (AFP/B. Stansall)

Polizisten fahren den Lastwagen, in dem 39 Leichen entdeckt worden waren, vom Fundort weg

"Ich kann nicht mehr atmen, ich werde sterben"

Vietnam gehört zu den Top 3 derjenigen Länder, aus denen Migranten nach Großbritannien geschleust werden. Über das Wochenende waren über britische Medien erschütternde Einzelheiten von möglichen Betroffenen bekanntgeworden. Eine junge Frau soll sich demnach schon sterbend aus dem Lastwagen an ihre Eltern in Vietnam gewandt haben. "Ich kann nicht atmen, ich werde sterben", heißt es in den SMS-Nachrichten, die dem britischen Sender BBC vorliegen. "Meine Reise in ein fremdes Land ist schief gelaufen." Ob die betreffende Frau tatsächlich eines der 39 Opfer ist, ist offiziell noch nicht bestätigt.

Bild von Anna Bui Thi Nhung, einer Vietnamesin (Reuters/Kham)

Eine Verwandte zeigt das Foto einer jungen Vietnamesin, die möglicherweise unter den 39 Opfern ist

Die Identifizierung der Leichen wird laut Polizei möglicherweise dadurch erschwert, dass Verwandte der Opfer selbst illegal in Großbritannien leben und Angst haben, sich bei der Behörden zu melden. Die zuständigen Ermittler sicherten deshalb zu, niemanden zu verfolgen, der sich in dem Fall an die Polizei wende. Noch immer ist unklar, wann und wo die 39 Menschen den Lastwagen bestiegen haben.

se/kle (dpa, afp)

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