Michigan-Schulschütze unter Terrorverdacht | Aktuell Amerika | DW | 02.12.2021
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USA

Michigan-Schulschütze unter Terrorverdacht

Vier Jugendliche sterben an einer US-Highschool in Michigan - mutmaßlich erschossen von einem 15-Jährigen. Die Justiz geht nun mit aller Härte gegen den Verdächtigen vor.

USA I Amoklauf an Highschool in Michigan

Polizeieinsatz in Oxford (am Dienstag): "Schlimmster Albtraum"

Die Ermittler haben keinen Zweifel: Ein 15-jähriger Schüler war der Todesschütze an einer Highschool in dem Ort Oxford im US-Bundesstaat Michigan. Der Jugendliche hatte laut Polizei dort am Dienstag mit einer halbautomatischen Pistole das Feuer eröffnet. Drei Mitschüler waren sofort tot, ein weiteres Opfer erlag am Tag nach der Attacke seinen schweren Verletzungen. Die Toten waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. Sechs weitere Schüler und eine Lehrerin sind verletzt.

Nun wurde der 15-Jährige angeklagt: wegen Terrorismus mit Todesfolge und vierfachen Mordes. Dem Teenager werden zudem Körperverletzung mit Tötungsabsicht in sieben Fällen und Verstöße gegen das Waffenrecht zur Last gelegt, so Staatsanwältin Karen McDonald. Dem Schüler soll nach dem Erwachsenenstrafrecht der Prozess gemacht werden. Ihm droht lebenslange Haft. Haftrichterin Nancy Carniak verfügte die Überstellung des Tatverdächtigen von einer Jugendeinrichtung in ein Bezirksgefängnis, wo er isoliert von anderen Insassen bleibe.

Der Verdächtige schweigt

Immer mehr Details der Tat werden bekannt: Nach Angaben von Sheriff Michael Bouchard feuerte der Angreifer "mehr als 30 Schüsse" ab. Er ließ sich von eintreffenden Polizisten widerstandslos festnehmen. Die Polizei fand bei ihm weitere 18 Kugeln. Die Tatwaffe, eine Pistole des Herstellers Sig Sauer vom Kaliber neun Millimeter, hatte der Vater des Schützen erst wenige Tage vor der Attacke gekauft - am Schnäppchentag "Black Friday".

Nancy Carniak

Richterin Carniak: Angeklagter wird von anderen Gefängnisinsassen isoliert

Das Motiv des Angreifers ist noch unklar. Er macht bislang von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch. Staatsanwältin McDonald sagte, es habe sich nicht um einen "impulsiven Akt" gehandelt. Der Angreifer habe "mit Vorsatz" gehandelt.

Nach Angaben eines Polizisten bei einem Gerichtstermin fanden die Ermittler auf dem Handy des Teenagers ein am Montag gedrehtes Video, in dem er ankündigte, am nächsten Tag Mitschüler erschießen zu wollen. Ähnliche Absichtserklärungen fanden sich demnach in einem Tagebuch, das in seinem Rucksack gefunden wurde.

Bei seinem Angriff an seiner Schule ging der 15-Jährige nach Worten von Sheriff Bouchard "extrem kaltherzig" vor. "Er ist mit der Absicht gekommen, Menschen zu töten", sagte der Sheriff dem Nachrichtensender CNN.

Schulschießereien in Serie

"Das ist der schlimmste Albtraum aller Eltern", sagte die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer. Auch US-Präsident Joe Biden äußerte sich erschüttert über die Tat und sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus. Sie müssten "den unvorstellbaren Schmerz ertragen, einen geliebten Menschen zu verlieren".

USA I Oxford High School

Tatort Oxford High School: Motiv des Angreifers ist noch unklar

An Schulen in den USA kommt es immer wieder zu tödlichen Angriffen mit Schusswaffen, manchmal auch zu regelrechten Massakern. Der Angriff an der Oxford High School war nach Angaben der Organisation "Everytown For Gun Safety" der bislang tödlichste Schusswaffenvorfall an einer US-Schule in diesem Jahr.

Das Recht zum Tragen einer Waffe ist in den USA ein hochkontroverses Thema. Vorstöße für eine Verschärfung des Waffenrechts scheitern immer wieder am Widerstand der konservativen Republikaner und der einflussreichen Waffenlobby.

AR/rb (afp, dpa)

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