Michael Jackson wäre 60 geworden | Musik | DW | 29.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Musiklegende

Michael Jackson wäre 60 geworden

2009 starb "Jacko" mit 50 Jahren. Die Nachricht von seinem Tod schockierte Fans auf der ganzen Welt. Am 29. August wäre er 60 Jahre alt geworden. Millionen Fans haben Michael Jackson bis heute nicht vergessen.

Den 25. Juni 2009 werden viele Musikfans wohl immer in Erinnerung behalten: Der plötzliche Tod des Sängers erschütterte - nicht nur - Michael Jackson-Fans weltweit.

Dabei war in den Monaten, sogar Jahren vor seinem Tod das Image des kindlichen Superstars erheblich gebröckelt: Seine immer groteskeren "Schönheitsoperationen", seine eigenwillige Art, mit teils bekannten, teils geheimnisvollen Frauen Nachwuchs zu erzeugen - und überhaupt seine auffällige Nähe zu Kindern. Und die innovativen Musikproduktionen hatten ebenfalls längst nachgelassen. Aber Michael Jackson war noch nicht fertig mit seiner Karriere und setzte gerade noch einmal zu einem großen Projekt an: "This Is It" sollte seine letzte große Show werden, die er 50 Mal in London aufführen wollte. Doch dann erlag er plötzlich einer Überdosis Medikamente. Die Fassungslosigkeit über Michael Jacksons überraschenden Tod drängte die Misstöne zunächst in den Hintergrund.

Meilenstein in der Videoclip-Geschichte

Ohne Zweifel hat Michael Jackson zu Lebzeiten den Titel "King of Pop" verdient. Seine fruchtbarste Zeit war die Zusammenarbeit mit dem Musikproduzenten Quincy Jone, mit dem die wegweisenden Alben "Off the Wall" (1979), "Thriller" (1982) und "Bad" (1987) entstanden.

Die Hits aus den beiden letzteren Alben wurden zu den erfolgreichsten und innovativsten Musikvideos aller Zeiten: Regisseur John Landis (u.a. "Blues Brothers" und "American Werewolf") hat mit dem Videoclip zu "Thriller" einen eigenständigen 13-minütigen Kurzfilm gedreht: Michael himself sitzt mit seiner Freundin im Kinosessel und schaut sich einen Horrorfilm an, in dem der Hauptdarsteller Michael Jackson zum Werwolf wird. Seiner Freundin ist das zu viel, die beiden verlassen das Kino. Auf dem Heimweg singt Michael ihr "Thriller" vor. Der Weg führt sie über einen Friedhof. Zombies erwachen und verfolgen die beiden, während Michael sich ebenfalls in einen Zombie verwandelt.

Das Mädchen flüchtet und erwacht plötzlich aus einem Albtraum, der "echte" Michael beruhigt sie. Dann dreht er sich um und schaut mit gelben Zombieaugen grinsend in die Kamera. Die Story ist aber nicht das, was den Clip so unvergessen gemacht hat. Es ist die ikonische Tanzszene der Zombies: Die Choreographie, die Kostüme, die Kameraführung - mit 500.000 US-Dollar war dies damals der teuerste und aufwendigste Videoclip. Das i-Tüpfelchen setzte Horror-Darsteller Vincent Price mit seiner Stimme und seinem bösen Lachen.

Morphing wird salonfähig

John Landis wurde für den Song "Black or White" vom Album "Dangerous" (1991) noch einmal engagiert. Landis bringt den damaligen Kinderstar Macaulay Culkin ("Kevin - Allein zu Haus") mit ins Spiel und lässt ihn in seinem Kinderzimmer laute Rockmusik hören - bis der Vater sich beschwert. Daraufhin rollt der Kleine eine überdimensionale Gitarrenanlage ins Wohnzimmer, schlägt einen lauten verzerrten Powerchord an, der den Vater durch die Decke in die afrikanische Steppe befördert. Und dann beginnt der Song: Michael Jackson tanzt mit Afrikanern, Mongolen, Indern, Russen, Indianern durch verschiedene Welten - am Ende werden Morphing-Sequenzen eingeblendet, in denen sich Menschen aus allen Ethnien ineinander verwandeln. Die Aussage ist klar: Alle Menschen sind gleich, egal welche Hautfarbe sie haben.

Nach dem Lied geht der Film weiter. Ein Panther verlässt das Filmstudio und verwandelt sich in einer dunklen Seitenstraße in Michael Jackson. Der beginnt einen zerstörerischen und lasziven Tanz. Zwischen seinen spektakulären Schritten und Bewegungen fasst er sich immer wieder in den Schritt, zerschlägt schreiend Fensterscheiben und knüppelt auf Autos ein. Der vierminütige Teil des Videos wurde in den USA nicht ausgestrahlt. Dabei wollte Jackson nur die Triebe einer Raubkatze darstellen und sich gegen Rassismus wenden. Nachträglich wurden dann auch Nazi- und KKK-Symbole ins Video eingefügt, die von Jackson während des "Panther Dance" zerstört wurden.

Michael Jackson im Film Moonwalker 1988. (picture-alliance/dpa/Keystone)

Ob Moonwalk, Zombietanz oder "schräger" Gangster: Jacksons Tanzszenen waren sensationell

Trotz aller Kontroversen zählt auch dieses Video zu den erfolgreichsten Clips aller Zeiten. Die Morphing-Sequenzen sind ebenso ikonisch wie die Zombie-Choreographie aus "Thriller". Vor Kurzem erst ist das Album "Thriller" in den USA als meistverkauftes Album vom Thron gestoßen worden. Die "Eagles" belegen nun den ersten Platz der ewigen US-Album-Charts. Weltweit aber führt "Thriller" die All Time Favourites mit 66 Millionen verkauften Exemplaren an.

Punktlich zum 60. Geburtstag soll in Deutschland die Tournee der Show "Beat it! Die Show über den King of Pop" starten. In Berlin feiert das Musical an diesem Mittwoch (29.08.2018) Premiere.

 

In unserer popxport-Spotify-Playlist gratulieren wir dem unvergessenen Popstar posthum zum 60. Geburtstag mit unseren Lieblingshits - ohne Anspruch auf Vollständigkeit...

Michael Jackson #60

Die Redaktion empfiehlt