Mexiko: Wieder ein Journalist auf offener Straße ermordet | Aktuell Amerika | DW | 23.08.2022
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Lateinamerika

Mexiko: Wieder ein Journalist auf offener Straße ermordet

In kaum einem Land leben Journalisten so gefährlich wie in Mexiko. Schreiben über Missstände endet hier immer wieder tödlich. Auch Fredid Roman wurde das zum Verhängnis.

Polizisten am Tatort

Polizei am Tatort - hier wurde Fredid Roman erschossen

Die Mörder kamen auf einem Motorrad. Von dort schossen sie auf den Journalisten Fredid Roman vor seinem Haus in der Stadt Chilpancingo. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Guerrero bestätigte die Ermordung des Reporters und erklärte, die Behörde habe die Ermittlungen aufgenommen.

Román war Gründer der inzwischen eingestellten Wochenzeitung "La Realidad" und Kolumnist mehrerer lokaler Medien. Die Organisation für Pressefreiheit Artículo forderte von der Staatsanwaltschaft eine sorgsame und objektive Untersuchung des Falls sowie Schutzmaßnahmen für die Angehörigen des Opfers.

Vergittertes Gebäude mit dem ScChriftzug La Realidad

Das Büro von "La Realidad" gibt es noch, die Zeitung wurde schon länger eingestellt

Zusammenarbeit zwischen Behörden und Kriminellen

Zahlreiche Regionen des Bundesstaats Guerrero werden von Banden der organisierten Kriminalität kontrolliert, die oft mit Beamten und Polizisten zusammenarbeiten. Unweit von Chilpancingo haben 2014 Kriminelle gemeinsam mit Sicherheitskräften 43 Studenten verschleppt, die nie wieder lebend aufgetaucht sind. Román hatte über diesen Fall geschrieben, nachdem vergangene Woche eine Wahrheitskommission zu dem Verschwinden ihren ersten Bericht veröffentlicht hatte. Als Folge dieses Berichts wurde der damals für die Ermittlungen zuständige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam festgenommen und Haftbefehle gegen 64 Soldaten und Polizisten erlassen. Ihnen wird "Verschwindenlassen", Folter und Rechtsbeugung vorgeworfen.

Mit Román erhöht sich die Zahl der in diesem Jahr gewaltsam in Mexiko ums Leben gekommenen Journalistinnen und Journalisten auf 15. Mexiko gilt nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten weltweit. Seit dem Jahr 2000 sind laut Artículo 19 mindestens 154 Pressearbeiterinnen und -arbeiter getötet worden.

fab/rb (epd, dpa)