Mexiko: Tote bei Schießerei in Cancún | Aktuell Amerika | DW | 28.07.2018
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Gewalt

Mexiko: Tote bei Schießerei in Cancún

Wieder wird Mexiko im Zusammenhang mit Gewalt erwähnt: In der Touristenhochburg Cancún sind mindestens fünf Menschen erschossen worden. Kaum ein Einheimischer fühlt sich in der Stadt in der Öffentlichkeit sicher.

Mexiko Cancun (Getty Images/AFP)

Ein Bundespolizist steht am Tatort in Cancún

Nach Angaben des Bundesstaates Quintana Roo hat es sich bei dem Zwischenfall am Freitagabend (Ortszeit) um eine Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Bandenmitgliedern gehandelt. Mehrere lokale Medien berichteten, dass es sich bei einem der Toten um den Polizeichef der Region handelt. Bisher bestätigte der Bundesstaat nur, dass ein Toter Polizist war. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Touristen seien nicht zu Schaden gekommen.

Den Angaben zufolge fand der Schusswechsel in einem Privatbereich statt. Damit widersprach die Regierung des Bundesstaates ersten lokalen Medienberichten, wonach sich der Vorfall in einem Restaurant ereignet haben sollte.

Cancún ist gemeinsam mit weiteren nahegelegenen Ferienorten an der karibischen Küste Mexikos eines der meistbesuchten Touristenziele in dem lateinamerikanischen Land. Während sich Touristen dort relativ sicher bewegen können, kommt es jedoch immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und dem organisierten Verbrechen. Seit Anfang 2017 haben Revierkämpfe zwischen Drogenbanden im Bundesstaat Quintana Roo zugenommen. Immer wieder wird allerdings auch Behörden vorgeworfen, mit Verbrechern zusammenzuarbeiten.

Wieder Journalist erschossen

Am vergangenen Dienstag wurde im 70 Kilometer südlich gelegenen Playa del Carmen ein Journalist getötet. Der Chefredakteur einer örtlichen Wochenzeitung wurde nach Angaben seines Arbeitgebers vor einer Bar erschossen. Innerhalb eines Monats wurden demnach zwei Journalisten desselben Mediums getötet.

Nach dem Ranking der Nichtregierungsorganisation "Reporter ohne Grenzen" war Mexiko 2017 im vergangenen Jahr hinter Syrien das zweitgefährlichste Land für Journalisten und Medienschaffende - elf wurden demnach ermordet. Die Organisation prangert an, kaum einer der Täter, die Gewalt ausübten oder Journalisten verschwinden ließen, würde bestraft. "Viele Medien meiden deshalb heikle Themen, Selbstzensur ist alltäglich", heißt es.

Mit rund 29.000 Tötungsdelikten insgesamt hat die Gewalt in Mexiko im vergangenen Jahr eine Rekordmarke erreicht. Ungefähr drei von vier Mexikanern über 18 Jahren empfinden das Leben in Städten ihres Landes als nicht sicher, wie eine Umfrage der mexikanischen Statistikbehörde im Juni ergab. In Cancún gaben sogar mehr als 90 Prozent an, sich nicht sicher im öffentlichen Raum bewegen zu können.

ust/mak (afp, rtr, dpa, reporter-ohne-grenzen.de)

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