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Mexiko: Kampf gegen Algenpest in der Karibik

Marie-Kristin Boese
1. Oktober 2025

In Mexiko bedrohen Sargassum-Algen Strände, Umwelt und Tourismus – Forscher und Einheimische suchen nach Lösungen.

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Braunalgen statt Badeparadies: Die stille Krise an Mexikos Traumstränden

Was einst als Postkartenmotiv diente, ist heute ein Ort der Sorge: Die Strände rund um Cancún kämpfen mit einer massiven Sargassum-Plage. Die Braunalge, die in dichten Teppichen an Land gespült wird, verrottet unter der Sonne und verbreitet einen beißenden Geruch nach faulen Eiern. Für Tourismus und Umwelt ist das eine Katastrophe. Ozeanologe Joel González versucht mit Barrieren, die Algen fernzuhalten – ein kostspieliger und oft unzureichender Schutz. Die Algenmassen, die sich von Afrika bis in die Karibik erstrecken, sind ein deutliches Zeichen für die ökologischen Folgen von Klimawandel und Umweltverschmutzung.

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Zwischen Forschung und Verantwortung

Die Wissenschaftlerin Brigitta van Tussenbroek erforscht an der Universität in Puerto Morelos die Ursachen des Algenwachstums. Warmes Wasser und Nährstoffe aus der Landwirtschaft fördern die Ausbreitung. Was auf dem offenen Meer noch Lebensraum für Tiere ist, wird an Land zur Bedrohung: Stranderosion, erstickte Seegräser und veränderte Wellenmuster sind nur einige der Folgen. Lange ignorierten Hoteliers die Warnungen, doch nun, da Buchungen ausbleiben, wächst das Interesse an nachhaltigen Lösungen. Start-ups wie OceanBiosphere versuchen, aus der Alge Dünger herzustellen – ein vielversprechender Ansatz, der jedoch mit technischen und finanziellen Hürden kämpft.

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Ein globales Problem mit lokalem Gesicht

Die Sargassum-Krise ist mehr als ein lokales Umweltproblem – sie ist ein Spiegel globaler Missstände. Konsum, Verschmutzung und fehlende Regulierung tragen zur Belastung der Meere bei. Die Küstenbewohner, Touristiker und Forscher stehen nun gemeinsam vor der Herausforderung, die Balance zwischen Natur und Wirtschaft wiederherzustellen. Der Schutz des zweitgrößten Korallenriffs der Welt ist dabei ebenso wichtig wie die Entwicklung nachhaltiger Strategien gegen die Algenflut. Die Frage bleibt: Wird die Region den Wandel schaffen?