Mexiko: ″Es wird Gerechtigkeit geben″ | Aktuell Amerika | DW | 27.09.2020
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Lateinamerika

Mexiko: "Es wird Gerechtigkeit geben"

Vor sechs Jahren verschwanden in Mexiko 43 Studenten - sie wurden wohl ermordet. Soldaten und Polizisten stehen im Verdacht, mit dem Verbrechen etwas zu tun zu haben. Nun wurden wieder Haftbefehle ausgestellt.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador gab die richterliche Anordnung zur Verhaftung der Verdächtigen bei der Vorstellung eines Berichts zum Stand der Ermittlungen in dem Fall bekannt. Daran nahmen auch Eltern der 43 Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars teil, die vor genau sechs Jahren in Iguala im Bundesstaat Guerrero verschwanden.

"Es wird Gerechtigkeit geben", versicherte López Obrador. Und Alejandro Encinas, der Chef einer vom Präsidenten eingesetzten Wahrheitskommission, betonte: "Die Verantwortlichen werden zur Rechenschaft gezogen." López Obradors Vorgänger Enrique Peña Nieto war wegen der schleppenden Aufarbeitung des Falls international kritisiert worden. 

Mexiko | Andres Manuel Lopez Obrador | Jahrestag Vermisste Studenten (Rebecca Blackwell/AP Photo/picture-alliance)

Äußerte sich am 6. Jahrestag des Verschwindens der Studenten: Präsident López Obrador

Die Hintergründe des Verschwindens der Studenten sind noch immer unklar. Sie seien in der Nacht zum 27. September 2014 von korrupten Polizisten verschleppt und an die Drogenbande "Guerreros Unidos" ausgeliefert worden, heißt es. Mitglieder des Syndikats hätten sie für Angehörige eines verfeindeten Kartells gehalten, auf einer Müllkippe ermordet und verbrannt.

Zweifel an offizieller Darstellung

Unabhängige Untersuchungen ziehen diese Version der Behörden allerdings in Zweifel. Bisher wurden lediglich die Knochen von zwei Opfern gefunden. Verurteilt wurde bis heute niemand. Zuletzt waren mehrere Verdächtige freigelassen worden, weil sie in der Haft gefoltert wurden.

In Gedenken an die Verschleppten zogen in Mexiko-Stadt zahlreiche Demonstranten vom Unabhängigkeitsdenkmal zum zentralen Platz Zócalo im historischen Stadtzentrum. Sie skandierten: "Lebend habt ihr sie genommen, lebend wollen wir sie zurück."

wa/ack (dpa, afp, rtr)

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