#MeToo: Filmschaffende in Italien prangern sexuelle Gewalt an | Filme | DW | 02.02.2018
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Filme

#MeToo: Filmschaffende in Italien prangern sexuelle Gewalt an

Nicht nur in Deutschland und den USA ist durch die weltweite #MeToo-Aktion eine heftige Diskussion in Gang gekommen. Nun gibt es auch in Italien ähnliche Vorwürfe in einem Offenen Brief.

Frankreich EU-Abgeordnete fordern Untersuchung von Missbrauchsvorwürfen (Reuters/C. Hartmann)

Selbst im Europa-Parlament ist die #MeToo-Debatte angekommen...

Mehr als 120 zum Teil prominente Schauspielerinnen, Filmemacherinnen und Regisseurinnen in Italien haben jetzt systematische sexuelle Belästigungen in ihrer Branche angeprangert. "Wir zeigen nicht mit dem Finger auf einen einzelnen Sittenstrolch. Wir protestieren gegen das gesamte System", erklärten die Frauen in einem Offenen Brief.

Zu den 124 Unterzeichnerinnen des Schreibens, das am Freitag (01.02.) von der italienischen Tageszeitung "La Repubblica" veröffentlicht wurde, gehören unter anderem Francesca Comencini, Co-Regisseurin der Erfolgsserie "Gomorrha", und die Schauspielerin Valeria Golino. Golino wurde 1988 mit dem US-amerikanischen Film "Rain Man" bekannt, in dem sie an der Seite der Hollywoodstars Dustin Hoffman und Tom Cruise spielte.

Film RAIN MAN, Dustin Hoffman, Valeria Golino, 1988, (picture-alliance/Everett Collection)

Schauspielerin Valeria Golino hat mit Holywoodgrößen wie Dustin Hoffman gedreht, hier in "Rain Man" (1988)

Jede arbeitende Frau werde immer wieder vor die Wahl gestellt, sich daran zu gewöhnen oder aus dem System auszusteigen, schreiben die betroffenen Frauen in dem heute veröffentlichten Offenen Brief. "Es ist nun an der Zeit damit aufzuhören, Angst zu haben," heißt es dort weiter.

Die #MeToo-Debatte um den alltäglichen Sexismus und sexuelle Übergriffe in der Filmbranche war ins Rollen gekommen, als im Oktober Vorwürfe gegen den mächtigen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein bekannt wurden.

Asia Argento (Imago/PanoramiC)

#metoo: Die italienische Schauspielerin Asia Argento hat die Debatte 2017 ins Rollen gebracht.

Die Schauspielerin Asia Argento, die mit ihren Vorwürfen damals erstmalig an die Öffentlichkeit gegangen war, wurde daraufhin in ihrem Heimatland Italien und auch international einer Flut von Shitstorms im Netz und negativen Kommentaren in den Medien ausgesetzt.

Sie hatte als eine der ersten Schauspielerinnen offen über die sexuellen Übergriffe Weinsteins berichtet. Kritiker warfen ihr vor, dadurch Aufmerksamkeit erheischen zu wollen. Inzwischen haben sich allerdings hunderte von Frauen und auch männlichen Betroffenen aus der Filmbranche zu Wort gemeldet, die ähnliche Erfahrungen mit sexueller Gewalt am Set gemacht haben.

Deutschland Meetoo Demonstration in Berlin (Imago/Bildgehege)

Auch in Deutschland gibt es die #metoo-Debatte

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