#merkelstreichelt | Top-Thema – Podcast | DW | 21.07.2015
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

#merkelstreichelt

Das Flüchtlingsmädchen Reem erzählt der Kanzlerin bei einer Veranstaltung von seiner Angst, abgeschoben zu werden. Dann fängt Reem an zu weinen. Angela Merkel tröstet sie – auf Twitter wird sie dafür kritisiert.‎

Audio anhören 02:42
Jetzt live
02:42 Min.

#merkelstreichelt – das Top-Thema als MP3

Die 14-jährige Reem ist ein Flüchtling. Sie kommt aus den palästinensischen Gebieten. 2011 ist sie gemeinsam mit ihrer Familie aus dem Libanon geflohen und lebt seitdem in Deutschland. Bei einer Veranstaltung in Rostock im Juli 2015 trifft sie mit anderen Schülerinnen und Schülern Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie erzählt ihr, dass ihre Familie eine schwere Zeit hatte. Denn sie war kurz davor, abgeschoben zu werden.

Reem will in Deutschland bleiben und hier studieren. „Es ist wirklich sehr unangenehm zuzusehen, wie andere das Leben genießen können und man selber es nicht mit genießen kann“, sagt Reem. Angela Merkel kann das verstehen. Sie sagt aber auch, es gebe in Flüchtlingslagern noch viele andere Menschen und man könne nicht sagen: „Ihr könnt alle kommen“. Es müssten auch einige wieder zurückgehen, so die Kanzlerin.

Dann fängt das Mädchen an zu weinen. Merkel geht auf Reem zu und streichelt sie. Sie sagt, Reem habe das prima gemacht, ihr Schicksal stellvertretend für viele andere Flüchtlinge zu erzählen. Im Internet folgt ein Shitstorm gegen die Kanzlerin. Für ihre Reaktion wird sie unter dem Hashtag #merkelstreichelt kritisiert.

Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt schreibt zum Beispiel:

Ein anderer User schreibt:

Es gibt aber auch User, die für Angela Merkel sprechen:




Glossar

#/Hashtag, -s (n., aus dem Englischen) – Begriff bei Twitter, unter dem diskutiert wird

jemanden streicheln – jemanden sanft anfassen

Flüchtling, -e (m.) – jemand, der sein Land aus einem bestimmten Grund verlassen muss

(Bundes)Kanzler, -/(Bundes)Kanzlerin, -nen – hier: der/die deutsche Regierungschef/Regierungschefin

jemanden ab|schieben – jemanden in seine Heimat zurückschicken

jemanden trösten – mit jemandem z. B. sprechen , damit er nicht mehr traurig ist

palästinensische Gebiete (nur Plural) – Westjordanland, Ost-Jerusalem, Gazastreifen

fliehen – hier: seine Heimat wegen Krieg, einer Katastrophe o. Ä. verlasse

zu|sehen – anschauen; sehen; miterleben

das Leben genießen – gut leben; Spaß am Leben haben

Flüchtlingslager, - (n.) – eine Unterkunft für → Flüchtlinge

Schicksal, -e (n.) – hier: die schwierigen Ereignisse im Leben eines Menschen

stellvertretend – so, dass man etwas für jemand anderen macht oder sagt

Shitstorm, -s (m.; aus dem Englischen) – eine Diskussion im Internet, bei der zum Teil andere Menschen beleidigt werden

etwas weg|streicheln – gemeint ist: etwas durch → Streicheln wieder gut machen

User, -/Userin, -nen (aus dem Englischen) – der Nutzer/die Nutzerin

spinnen – umgangssprachlich für: verrückt sein

herzlos – kalt; ohne Mitgefühl gegenüber Menschen (hier auch: unmenschlich)

unverschämt – ohne Respekt; rücksichtslos

perfide – auf besonders gemeine Art und Weise

sich über etwas/jemanden echauffieren (aus dem Französischen) – sich über etwas/jemanden aufregen


Fragen zum Text

1. Reem …

a) ist 14 Jahre, lebt seit 2011 in Deutschland und wird jetzt als Flüchtling abgeschoben.
b) lebt mit ihrer Familie seit 14 Jahren in Deutschland. Ihre Familie ist 2001 aus dem Libanon abgeschoben worden.
c) ist 14 Jahre, lebt seit 2011 in Deutschland und hat Angst davor, abgeschoben zu werden.

2. Was sagt das Flüchtlingsmädchen Reem?
a) Es ist wirklich sehr unangenehm, wie Angela Merkel Flüchtlinge behandelt.
b) Andere Jugendliche haben ein leichteres Leben und können in Deutschland studieren.
c) Nach der Schule will Reem zurück in die palästinensischen Gebiete gehen.

3. Im Internet wird unter dem Hashtag #merkelstreichelt … diskutiert?
a) über die Arbeit der Bundeskanzlerin
b) über die Reaktion der Bundeskanzlerin auf das Flüchtlingsmädchen Reem
c) über das Leben von Flüchtlingen in Flüchtlingslagern weltweit

4. Schreibt diesen Satz in der direkten Rede ohne Konjunktiv I: Angela Merkel sagt, es gebe noch viele andere Flüchtlinge.
a) Angela Merkel: „Es gibt noch viele andere Flüchtlinge.“
b) Angela Merkel: „Es würde noch viele andere Flüchtlinge geben.“
c) Angela Merkel: „Gibt es noch viele andere Flüchtlinge?“

5. Schreibt diesen Satz in der indirekten Rede mit Konjunktiv I: Reem: „Ich habe Angst, dass meine Familie abgeschoben wird.
a) Reem sagt, ich habe Angst, dass ihre Familie abgeschoben werde.
b) Reem sagt, sie hatte Angst, dass meine Familie abgeschoben werde.
c) Reem sagt, sie habe Angst, dass ihre Familie abgeschoben werde.


Arbeitsauftrag
Zum Shitstorm im Internet sagt die Kanzlerin in einem Interview: „Was soll ich mich ärgern? Ich habe Probleme zu lösen.“ Findet ihr die deutsche Bundeskanzlerin auch „unmenschlich“ und „herzlos“? Hätte sie anders reagieren sollen? Schaut euch dazu auch noch einmal das Video auf YouTube an. Diskutiert, was in dieser Situation eurer Meinung nach eine gute Reaktion eines Regierungschefs gewesen wäre.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads