Merkel will europäische Perspektive für Balkan | Aktuell Europa | DW | 10.07.2018
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EU-Erweiterung

Merkel will europäische Perspektive für Balkan

Trotz aller Einwände gegen eine EU-Erweiterung setzte die Kanzlerin bei einem Treffen in London auf die weitere Annäherung der Westbalkan-Staaten. Begleitet wurde die Konferenz von serbisch-kosovarischem Gezänk.

Die britische Premierministerin Theresa May, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras werden beim Familienfoto eingerahmt von ihren Kollegen aus den Westbalkan-Staaten (Foto: Reuters/L. Neal)

Die britische Premierministerin Theresa May, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras werden beim Familienfoto eingerahmt von ihren Kollegen aus den Westbalkan-Staaten

Es gehe darum, "die Region mit einer europäischen Perspektive auszustatten", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Konferenz europäischer Spitzenpolitiker mit den Staats- und Regierungschef von sechs Balkanstaaten in London. Auf dem Programm stand eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit der Europäischen Union mit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien und mit dem Kosovo. Daneben waren der Ausbau der Infrastruktur und die Aufarbeitung der Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens (1991-1999) zentrale Themen. Auch der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras nahm an den Gesprächen teil.

"Feiges, bestialisches und unverschämtes Verhalten"

Wenige Stunden vor Konferenzbeginn war ein schwerer Streit zwischen Serbien und dessen früherer Provinz Kosovo ausgebrochen. Belgrad drohte nach der Verhaftung von fünf Landsleuten im Kosovo mit dem Ende des von der EU vermittelten Kosovo-Dialogs. "Sollten die fünf Verhafteten bis zum Abend nicht freikommen, wird es auf lange Sicht keinen Dialog geben", sagte der in der serbischen Regierung für das Kosovo zuständige Marko Djuric in Belgrad. "Für mich ist das ein feiges, bestialisches und unverschämtes Verhalten."

Kosovo setzt Signal der Entspannung

Die Strafverfolgungsbehörden im Kosovo setzten ein Signal der Entspannung, indem sie die fünf Serben dann doch nach Verhören wieder freiließen. Spezialkräfte der Kosovo-Polizei hatten die Serben in der Region der Gemeinde Gnjilane südöstlich der Hauptstadt Pristina verhaftet. Sie sollen gegen die Verfassung des Landes gearbeitet haben, sagte Parlamentspräsident Kadri Veseli. Durch die Freilassung nach dem serbischen Ultimatum zur Beendigung des Dialogs ist ein schwerer Rückschlag in den jahrzehntelangen Kompromissbemühungen des Westens abgewendet worden. Das fast nur noch von Albanern bewohnte Kosovo ist seit 2008 von Serbien unabhängig. Belgrad erkennt es aber nicht an und will seine einstige Provinz wieder zurückhaben.

cgn/sti (dpa, rtr)

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