Meng kommt vorerst auf freien Fuß | Aktuell Amerika | DW | 12.12.2018
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Vorwürfe gegen Huawei

Meng kommt vorerst auf freien Fuß

Ein kanadisches Gericht hat die Freilassung der inhaftierten Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou unter strengen Auflagen angeordnet. Ihre Festnahme hatte die Beziehungen Chinas zu den USA und Kanada schwer belastet.

Die in Kanada festgenommene Finanzchefin des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei kommt vorerst auf freien Fuß. Nach einer dreitägigen Anhörung stimmte ein Gericht im kanadischen Vancouver einem entsprechenden Antrag der Verteidiger von Meng Wanzhou zu.

Die Topmanagerin muss eine Kaution in Höhe von zehn Millionen kanadischen Dollar (rund 6,6 Millionen Euro) hinterlegen und ihre Pässe abgeben. Auch wurde ihr auferlegt, ein Gerät zur GPS-Ortung zu tragen und sich rund um die Uhr von einem Wachdienst beaufsichtigen zu lassen - auf eigene Kosten. Zudem darf sie sich nur in einem bestimmten Teil von Vancouver aufhalten. 

Meng Wanzhou (Imago/Itar-Tass/A. Druzhinin)

Darf Vancouver nicht verlassen: Meng Wanzhou

Das Risiko, dass Meng künftig nicht vor Gericht erscheine, könne durch die von ihrem Anwalt vorgeschlagenen Auflagen auf ein "akzeptables Niveau" reduziert werden, erklärte ein Richter. Anfang Februar muss sie erneut vor Gericht.

Jahrzehnte ins Gefängnis?

Die Tochter des Huawei-Konzerngründers Ren Zhengfei war Anfang Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Sie soll über ein inoffizielles Tochterunternehmen namens Skycom Geschäfte mit dem Iran gemacht und dadurch gegen Sanktionen verstoßen haben. Außerdem wird ihr Betrug vorgeworfen.

Bei einer Auslieferung an die Vereinigten Staaten würden Meng laut Anklage 30 Jahre Haft wegen "Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen" drohen. Die chinesische Regierung hatte scharf gegen Mengs Festnahme protestiert. An den Finanzmärkten schürte das Ängste vor einer erneuten Eskalation des Handelsstreits zwischen Peking und Washington.

Eine Vergeltungsaktion?

Michael Kovrig (picture-alliance/AP Photo)

In China festgenommen: Michael Kovrig

Die kanadische Regierung bestätigte unterdessen die Festnahme eines ihrer früheren Diplomaten in China, was zu Spekulationen über eine Vergeltungsaktion Pekings führte. Der Minister für Öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, sagte in Ottawa, man sei "zutiefst besorgt" über die Festsetzung des Mannes namens Michael Kovrig. Der Nordostasien-Experte arbeitet mittlerweile für die regierungsunabhängige Organisation Crisis Group.

wa/cw (dpa, afp, rtr)