Mehrere Tote bei israelischem Luftangriff auf Golanhöhen | Aktuell Nahost | DW | 21.08.2015
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Aktuell Nahost

Mehrere Tote bei israelischem Luftangriff auf Golanhöhen

Die Lage auf den Golanhöhen spitzt sich zu. Nach gegenseitigem Raketenbeschoss und Artilleriefeuer attackierte nun die israelische Luftwaffe im Süden Syriens ein Auto. Nach syrischen Angaben wurde fünf Insassen getötet.

Israelische Soldaten kontrollieren die Einschlagstelle einer Rakete an der Grenze zum Libanon (Foto: Reuters)

Israelische Soldaten kontrollieren die Einschlagstelle einer Rakete an der Grenze zum Libanon

Wer die fünf Getöteten waren, darüber gehen die Darstellungen auseinander. Es handele sich um Zivilisten, berichtet das syrische Staatsfernsehen. Die israelische Armee erklärte hingegen, sie habe einen Wagen angegriffen, der der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad gehört habe. Diese sei für Raketenangriffe auf Israel am Vortag verantwortlich. Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtet, dass die Armee den Tod von vier Menschen bestätigt habe. Der Zustand einer fünften Person sei unklar.

Israel hatte den Süden Syriens bereits am Donnerstag angegriffen. Dabei sei ein Soldat zu Tode gekommen, als die "Luftwaffe des Feindes" eine Armeestellung bombardiert habe, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Militär. Sieben Armeeangehörige wurden demnach verletzt. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London berichtete hingegen von zwei getöteten syrischen Soldaten und acht Schwerverletzten. Außerdem sei ein Waffenlager der Armee zerstört worden. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Ärzten und Aktivisten vor Ort, weshalb die Angaben für Medien nur schwer überprüfbar sind.

Vier Raketen eingeschlagen

Die israelischen Streitkräfte hatten mit dem Artillerie- und Luftwaffeneinsatz auf Stellungen der syrischen Armee auf den Golanhöhen auf mehrere Raketenangriffe geantwortet. Es habe sich um fünf bis sechs Angriffe gehandelt, verlautete aus Militärkreisen. Zuvor waren auf den Norden Israels und auf den von Israel besetzten Teil der Golanhöhen vier Raketen niedergegangen, die allerdings niemanden verletzten.

Ein israelischer Militärvertreter machte für die Raketenangriffe den Iraner Said Isadi verantwortlich, der den palästinensischen Arm der iranischen Al-Kuds-Eliteeinheiten anführen soll. Die israelische Armee plant demnach vorerst nicht, Verstärkung auf die Golanhöhen zu schicken. "Wir wollen nicht in den Krieg in Syrien hineingezogen werden", sagte der Militärvertreter. Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon warf dem Iran derweil vor, dieser wolle "eine neue terroristische Front gegen Israel auf den Golanhöhen eröffnen".

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, dass ein israelischer Hubschrauber mehrere Raketen in der Gegend von Kuneitra auf den Golanhöhen abgefeuert habe. Der Angriff habe sich gegen ein Gebäude der Verkehrsdirektion und ein anderes Behördengebäude gerichtet.

Querschläge und gezielte Angriffe

Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als vier Jahren wurden die Golanhöhen im Dreiländereck von Israel, Syrien und dem Libanon häufiger von Geschossen getroffen. Oft handelte es sich um Querschläger von Gefechten zwischen Dschihadisten und anderen Aufständischen mit syrischen Regierungstruppen. Seit März 2014 gab es aber auch wiederholt israelische Angriffe auf Stellungen der syrischen Armee und der mit ihr verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah.

Israel hält etwa 1200 Quadratkilometer des Golanplateaus besetzt. Die Vereinten Nationen haben die im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs 1967 erfolgte Annexion nie anerkannt.

kle/rb (afp, dpa, rtre)