Mehr Geld für die Weltbank | Aktuell Welt | DW | 22.04.2018
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Frühjahrstagung in Washington

Mehr Geld für die Weltbank

Nachdem die USA ihre Zustimmung signalisiert hatten, war der Beschluss nur noch Formsache: Die Weltbank bekommt für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten deutlich mehr Geld in die Hand.

Die Anteilseigner der Weltbank haben einer Kapitalerhöhung um 13 Milliarden Dollar zugestimmt. Die 189 Mitgliedstaaten stimmten bei ihrer Frühjahrstagung in Washington auch für neue Kreditvergaberegeln der Entwicklungsbank. Die Hilfen für "Gebiete, die am stärksten auf Finanzierung angewiesen sind", sollen verstärkt werden. Damit will die auf die Finanzierung von Entwicklungsvorhaben spezialisierte Institution ihre Kreditvergaben deutlich zu den ärmsten Ländern hin verlagern.

Andererseits werden wohlhabendere Länder höhere Kreditzinsen zahlen müssen. Das gilt beispielsweise für China. Vor allem die USA hatten dies gefordert, bevor sie der lange bekämpften Kapitalerhöhung schließlich doch noch zustimmten.  

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim sprach von einer "historischen Vereinbarung". Die Mitglieder hätten damit ihr "erneuertes Vertrauen in die globale Kooperation" zum Ausdruck gebracht.

Die USA wollten China ausschließen

US-Finanzminister Steven Mnuchin zeigte sich zufrieden mit den neuen Regularien für die Kreditvergabe. Dies werde einen Anreiz für wohlhabendere Staaten darstellen, sich um eine Finanzierung ihrer Entwicklungsvorhaben auf den Märkten zu bemühen. Die USA sind der größte Beitragszahler der Weltbank. Bei der Neuregelung der Kreditvergabe geht es ihnen offenbar vor allem darum, dass China künftig weniger oder gar nicht von Finanzhilfen der Institutionen profitiert - da die Volksrepublik nicht zu den "ärmsten" Staaten zählt.

Der chinesische Finanzminister Guangyao Zhu unterstützte zwar die Aufstockung des Weltbanketats, machte jedoch Vorbehalte gegen die geplanten Änderungen in den Leitlinien geltend. Die "unterschiedlichen nationalen Bedingungen" müssten berücksichtigt werden, erklärte er. Die neuen Regeln dürften nicht die Kooperation zwischen der Weltbank und Ländern mit "oberem mittleren Einkommen beeinträchtigen".

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim bestritt, dass die geplanten Reformen gegen irgendein bestimmtes Land gerichtet seien. Das Kapital der Weltbank war zuletzt im Jahr 2010 erhöht worden.

rb/bru (afp, ap, rtr)

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