Mehr als sieben Millionen Ausländer in Deutschland | Deutschlehrer-Info | DW | 31.10.2013
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Deutschlehrer-Info

Mehr als sieben Millionen Ausländer in Deutschland

Die Zahl der Menschen, die ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland leben, ist 2012 so stark gestiegen wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Als Gründe werden die EU-Erweiterung und die Finanzkrise genannt.

Im Jahr 2012 waren in Deutschland mehr als 7,2 Millionen Menschen ohne deutschen Pass im Ausländerzentralregister (AZR) erfasst. Von den gut 80 Millionen Menschen in Deutschland hatte somit mehr als jeder Zwölfte nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Ausländerinnen und Ausländer um 4,1 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, bedeutet dies den stärksten Zuwachs seit 1993.

Etwa 80 Prozent der neu erfassten Menschen mit ausländischem Pass stammten aus den EU-Staaten. Die meisten von ihnen kamen dabei aus Mittel- und Osteuropa, zum Beispiel aus Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, die erst seit wenigen Jahren Mitglied der Europäischen Union sind. Als Ursache für den Anstieg weist das Statistische Bundesamt außerdem auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit hin, die seit dem 1. Mai 2011 zum Beispiel auch für polnische oder ungarische Staatsangehörige uneingeschränkt gilt. Auch die Zahl der Menschen, die aus EU-Krisenstaaten wie Griechenland oder Spanien nach Deutschland gezogen ist, hat sich erhöht.

Dagegen stieg der Zahl der Ausländer aus Nicht-EU-Staaten nur um 1,3 Prozent. Bei den Türken – der mit 1,6 Millionen größten in Deutschland lebenden Ausländergruppe – ist sogar ein Rückgang zu verzeichnen. Das Statistische Bundesamt führt dies auf die erhöhte Zahl der Einbürgerungen zurück.

Die Gesamtzahl von 7,2 Millionen Ausländern könnte allerdings noch korrigiert werden, da die Volkszählung für 2011 zu Zahlen gekommen ist, die um fast 500.000 niedriger waren als im AZR zur selben Zeit verzeichnet. Die Abweichungen werden noch analysiert.

ip/rh (dpa, epd)

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