Mehr als 200 Tote durch Ebola im Kongo | Aktuell Afrika | DW | 11.11.2018
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Afrika

Mehr als 200 Tote durch Ebola im Kongo

Der derzeitige Ebola-Ausbruch ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums der bislang schwerste im Kongo. Der Bürgerkrieg und das Misstrauen der Bevölkerung stellen die Helfer vor massive Probleme.

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes wird nach einem Einsatz mit Desinfektionsmittel besprüht. (picture-alliance/dpa/A.-H.K. Maliro)

Ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes wird nach einem Einsatz mit Desinfektionsmittel besprüht.

Im Kongo sind seit dem Ebola-Ausbruch vor rund zwei Monaten mindestens 201 Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben. Bisher sei das Ebola-Virus in 291 Fällen bestätigt worden, teilte das kongolesische Gesundheitsministerium mit. Mehr als 28.000 Menschen seien gegen die Krankheit geimpft worden. 

Der jüngste Ausbruch des gefährlichen hämorrhagischen Fiebers konzentriert sich auf die Großstadt Beni und ihre Umgebung in der unruhigen Provinz Nord-Kivu. Dort sind mehrere Milizen und Rebellengruppen aktiv, was es Helfern schwer macht, Patienten schnell aufzusuchen, zu isolieren und ihre Angehörigen zu kontaktieren. Auch gegen die Impfung gibt es in der Bevölkerung - die von einem tiefen Misstrauen gegen die Regierung geprägt ist - Widerstände. 

Verbrennung medizinischer Abfälle nahe Beni in Nord Kivu (Getty Images/AFP/J. Wessels)

Verbrennung medizinischer Abfälle nahe Beni in Nord Kivu

Die Sicherheitslage stelle die größte Herausforderung dar, gefolgt vom Misstrauen der Bevölkerung, sagte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, zuletzt. Bei Angriffen würden die Einsätze der Rettungskräfte gestoppt. "Wenn der Einsatz still steht, erhält das Virus einen Vorteil."

Am Donnerstag hatte Deutschland seine Hilfen erneut aufgestockt. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weitere 1,9 Millionen Euro zu, wie sein Ressort mitteilte. "Der Ausbruch muss gestoppt werden", sagte der CDU-Politiker. Das Geld wird in den Notfallfonds der WHO für schnelle Gegenmaßnahmen eingezahlt. Die Bundesregierung hat damit in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro dafür bereitgestellt. 

Impfung eines Helfers in Mbandaka (Archivbild) (picture-alliance/AP Photo/S. Mednick)

Impfung eines Helfers in Mbandaka (Archivbild)

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt, es verursacht Fieber und oft massive innere Blutungen. Beim bislang schwersten Ausbruch 2013 bis 2016 erkrankten in Westafrika 28.000 Menschen. Seit der Entdeckung des Ebola-Virus 1976 kam es im Kongo bereits zehnmal zu einem Ausbruch der häufig tödlich endenden Krankheit.

stu/fab (dpa, rtr, epd, kna)

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