Mehr als 200 Künstler fordern Freiheit für Deniz Yücel | Aktuell Europa | DW | 09.12.2017
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Pressefreiheit

Mehr als 200 Künstler fordern Freiheit für Deniz Yücel

Rockstars und Nobelpreisträger stehen an der Seite des "Welt"-Korrespondenten, der in der Türkei inhaftiert ist. Seit 300 Tagen wird der deutsch-türkische Journalist ohne Anklageschrift festgehalten.

Journalist Deniz Yücel (Ausschnitt) (picture-alliance/Eventpress/Stauffenberg)

Hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde eingelegt: Deniz Yücel (Archivbild)

In einem gemeinsamen Appell fordern mehr als 200 Künstler und Prominente aus Deutschland, aus der Türkei und aus weiteren Ländern einen fairen Prozess und die Freilassung von Deniz Yücel. Den Aufruf des Freundeskreises #FreeDeniz unterstützen etwa die Rockmusiker Bono und Sting sowie die Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, Elfriede Jelinek, Swetlana Alexijewitsch, Herta Müller und J.M. Coetzee.

In dem Aufruf, der an diesem Wochenende in deutschen und türkischen Zeitungen erscheint, wird daran erinnert, dass Yücel sich am 10. Dezember seit 300 Tagen in türkischer Gefangenschaft befindet: "Ohne Anklageschrift ist er in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert. Diese 300 Tage sind exakt 300 Tage zuviel." Deniz Yücel habe als Journalist "nichts anderes getan, als seinen Beruf auszuüben und seine Meinung frei zu äußern".

Zu den Unterzeichnern gehören auch die Regisseure Wim Wenders, Volker Schlöndorff und Fatih Akin, die Maler Gerhard Richter und Daniel Richter sowie zahlreiche Medienvertreter, darunter die Chefredaktion der Deutschen Welle.

Berlin Deniz Yücel Demonstration und Geburtagsveranstaltung (picture-alliance/Schroewig/B. Oertwig)

Solidaritätskundgebung am 10. September - Yücels Geburtstag - vor dem Kanzleramt in Berlin

Der deutsch-türkische Journalist hatte sich Mitte Februar in Istanbul der Polizei gestellt. Zwei Wochen später wurde er wegen "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" in Untersuchungshaft genommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete ihn wiederholt als deutschen "Spion" und "Agenten" der PKK. Seine Festnahme belastet die deutsch-türkischen Beziehungen. Die Bundesregierung dringt auf seine Freilassung. Sie hält die Anschuldigungen - ebenso wie Yücel selbst - für politisch motiviert.

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Am Montag hatte der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Erleichterung der Haftumstände begrüßt - einen Tag, nachdem Yücels Anwalt mitgeteilt hatte, dass sein Mandant nicht mehr in Isolationshaft sitze. Der Journalist befinde sich zwar weiterhin in einer Einzelzelle, erklärte sein Rechtsvertreter. Inzwischen habe er allerdings über einen Gefängnishof Zugang zu einem ebenfalls inhaftierten türkischen Journalisten.

Nach türkischem Recht können Terrrorverdächtige bis zu fünf Jahre lang in U-Haft bleiben. Yücel hat vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft eingereicht.

jj/haz (dpa, afp, epd)

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