Meet the Artist: Milo Rau | Kultur.21 - Das Kulturmagazin | DW | 07.12.2019
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Kultur.21

Meet the Artist: Milo Rau

Schönes Theater, das ist nichts für Milo Rau. Der Schweizer Regisseur will mehr: aufrütteln, berühren, verändern! Er inszeniert in Kriegs- und Krisengebieten: in Mossul, im Kongo, in Ruanda. Tragödien, verhaftet in der Realität. Ein Gespräch.

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Er ist ein Besessener, der Schweizer Milo Rau: Literaturexperte, Film- und Theaterregisseur, Poetik-Dozent und seit 2018 Intendant des Nationaltheaters Gent. Derzeit gilt der 42jährige nicht nur als "freier und streitbarer Geist", sondern auch als "umstrittenster Regisseur des Gegenwartstheaters" (New York Times). Denn Milo Rau will mit seiner Kunst nichts Geringeres als die Welt verändern. Dafür begibt er sich in Grenzsituationen, mutet sich, seinen Teams - und seinem Publikum - eine Menge zu. Einmal im Jahr geht er raus aus dem Alltag und rein in die Krisengebiete. Neuerdings ist das sogar in einem Manifest nachzulesen, in einer Anleitung für ein neues "globales Volkstheater", das im Vorfeld von Raus Intendanz in Gent entstanden ist. Mit Schauspielern und Laien, extensiven Recherchen und eigenen Texten untersucht er regelmäßig die Gewaltverbrechen dieser Welt, im Kongo wie in Süditalien, verbindet Mythen und konkrete Gegenwart und bricht die eindimensionale Sicht auf Schuldige, Opfer oder Täter mittels persönlicher Erzählungen seiner Zeugen, der Spieler und Spielerinnen, auf. Was will und kann Milo Rau damit erreichen? Wo gerät er an Grenzen? Missbraucht er seine Spieler und Spielerinnen gelegentlich? Bringt er sie auch in Gefahr, macht sie gar zu Krisenvoyeuren? Milo Rau gibt Auskunft, im Gespräch mit Kultur.21!