Medienwerkstatt in Berlin: Jugendliche erleben Meinungsfreiheit | #speakup! - Deine Stimme. Meine Stimme. Unsere Freiheit. | DW | 13.12.2017
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#speakup!

Medienwerkstatt in Berlin: Jugendliche erleben Meinungsfreiheit

Drei Tage lang produzierten Berliner SchülerInnen aus geflüchteten Familien kreative Videos. Die Themen der #speakup!-Medienwerkstatt: Meinungsfreiheit, das Leben in Deutschland und die Herausforderungen beim Dreh.

Berlin, Schüler haben Spaß bei den Kameraübungen (Cem Springer)

Die Schüler der 9F der Berliner Jean-Krämer-Schule haben Spaß bei den Kameraübungen.

„Was denken Sie über Flüchtlinge?“, fragt die 16-jährige Schülerin Samira einen Passanten in der Nähe des Berliner Gesundbrunnen-Centers. Sie hält dem älteren Herrn freundlich und noch etwas schüchtern das Mikrofon hin. Hinter ihr das Video-Team: drei weitere Schüler der Klasse 9F der Berliner Jean-Krämer-Schule. Die Jugendlichen sind als Fernsehteam unterwegs – als Reporter, Kamerafrau oder Tonassistent. Sie kommen aus Syrien, Bulgarien, Afghanistan oder Irak. Begleitet werden sie bei ihren ersten journalistischen Schritten von Trainern der DW Akademie.

Berlin, Schüler-Reporter befragen Passanten (Cem Springer)

Zeit für Interviews: Die Schüler befragen Passanten.

Sie alle sind Teil der dreitägigen #speakup!-Medienwerkstatt an der Wittenauer Schule in Berlin. Die Jugendlichen erfahren praxisnah Medienkompetenz, setzen sich mit dem Thema Meinungsfreiheit auseinander und erstellen kleine Videos. Wichtige Themen waren für die Schülerinnen und Schüler Religion, Diskriminierung und Beleidigung.

#speakup! ist eine Veranstaltungsreihe, die mit neuen Formaten auf die Bedeutung der weltweiten Medienfreiheit aufmerksam machen soll.

„Ich bin begeistert, wie gut meine Schülerinnen und Schüler mitmachen und durchhalten“, sagt die Klassenlehrerin der 9F, Andrea Küpper. Denn die Tage bei der #speakup!-Medienwerkstatt sind lang. Früh morgens versammeln sich Trainer, Lehrer und Schüler in der Aula: Es wird Wissen zum Thema Meinungsfreiheit vermittelt, auch über die Grenzen von Meinungsäußerung diskutiert. „Ich bin froh, dass ich in Deutschland sagen kann, was ich will, aber man darf nicht beleidigen“, meint Majed aus Syrien. Es folgen Kamera-Übungen, Themenkonferenzen und Diskussionen. Erstaunlich: Wer zunächst die Kamera gar nicht anfassen wollte, entdeckt schon bald Freude daran. „Es ist cool, Kamerafrau zu sein, auch wenn die Kamera mit der Zeit etwas schwer wird“, sagt Bistra aus Bulgarien. 

Berlin, Schüler lernen den Umgang mit Kameras (Cem Springer)

Die Schüler der 9F lernen den Umgang mit Kameras.

Zurück auf die Straße: „Es ist richtig, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt. Ich würde auch flüchten, wenn in Deutschland Krieg wäre“, antwortet der ältere Herr auf die Fragen der Schüler-Reporter. Abu Noor aus Syrien ist erfreut darüber, wie positiv die Passanten auf seine Fragen reagieren. Einige Leute lassen die jungen Filmemacher dann doch abblitzen. „Ich hab leider keine Zeit“, sagt etwa eine Frau mit Fahrradhelm und Rucksack und geht weiter. Die Schüler lassen sich nicht entmutigen, denn sie haben innerhalb kürzester Zeit dutzende Interviews geführt. „Kein Problem. Wir müssen jetzt sowieso zurück in die Schule, um unsere Videos zu schneiden“, sagt Daniela.

Am Ende der Medienwerkstatt haben die jungen Menschen nicht nur eigene Videos erstellt. Sie haben dabei die Freiheit ausprobiert, sich in die öffentliche Debatte einzubringen. 

Hier sind die Videos zu sehen:#speakup!-Medienwerkstatt auf Youtube