Medientraining: Gesundheitsthemen in verträglichen Häppchen | Medientraining I Auftritt in Medien und Öffentlichkeit | DW | 05.03.2019
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Medientraining

Medientraining: Gesundheitsthemen in verträglichen Häppchen

Wie erreicht man für das Thema „Gesundheit“ mehr Aufmerksamkeit? Bei einem Medientraining lernten Beamte von Gesundheitsministerien und WHO-Mitarbeitende des Nahen Ostens, wie sie ihre Botschaften klar vermitteln.

DW Bonn - Medientraining für WHO-Mitarbeitende und Ministerialbeamte aus dem Nahen Osten (DW Akademie)

Maha El-Adawy von der WHO in Ägypten mit Trainer Udo Prenzel

Jetzt kann sie es ja sagen, denn das Interview ist vorbei: Huda Ababneh hatte Sorge, dass sie es nicht kann, Interviews und Statements geben. Aber jetzt ist die jordanische Ingenieurin und Ministerialbeamtin überrascht und erleichtert, dass sie offenbar durchaus in der Lage ist, entscheidende Dinge auf den Punkt zu bringen. Das ist wichtig, weil sie die Öffentlichkeit überzeugen muss, aber auch mächtige Entscheider. Und deren Unterstützung braucht Jordanien dringend, etwa für die personelle Ausstattung öffentlicher Krankenhäuser oder für die  Aufklärung über die Folgen des Rauchens.

DW Bonn - Medientraining für WHO-Mitarbeitende und Ministerialbeamte aus dem Nahen Osten (DW Akademie)

Die jordanische Ingenieurin und Ministerialbeamtin Huda Ababneh beim Medientraining im TV-Studio.

Nie ohne eine Botschaft ins Interview!

Gemeinsam mit 18 weiteren Ministerialbeamten und WHO-Mitarbeitenden des Nahen Ostens von Bahrain über  Ägypten bis Oman sind Huda und Maha von Trainern der DW Akademie auf Auftritte in den Medien und der Öffentlichkeit vorbereitet worden. „Gehe nie ohne eine Botschaft ins Interview!“ wiederholte Trainerin Constanze Abratzky dabei gerne. Während Trainer Udo Prenzel in seinem Statement-Training nicht müde wurde, zu betonen: „Das können Sie noch knackiger sagen!“

Das Training war Teil einer ganzen Woche, die das United Nations System Staff College (UNSSC) als Fortbildungszentrum der UN mit Sitz in Bonn veranstaltet hat. Die Teilnehmenden setzten sich dabei intensiv mit den Themen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Gesundheitsbereich auseinander. 

DW Bonn - Medientraining für WHO-Mitarbeitende und Ministerialbeamte aus dem Nahen Osten (DW Akademie)

Die Gruppe vor dem Eingang zur Deutschen Welle

Wohlbefinden hängt von vielen Faktoren ab

„Beim Thema Gesundheit denken die meisten immer noch an so etwas wie ‚die Abwesenheit von Krankheiten‘“, sagte Kurskoordinatorin Simona Sow von der UNSSC und schüttelte energisch den Kopf. „Dabei hängen Gesundheit und Wohlbefinden einer Bevölkerung doch von so vielen Faktoren ab: ob sie einen guten Job haben, ob die Umwelt intakt ist, ob sozial alles im Lot ist“.

Gemeinsam mehr erreichen als alleine

Es war das erste Mal, dass die UNSSC Teilnehmende zu Paaren zusammenbringt: WHO-Mitarbeitende und Beamte der Gesundheitsministerien der gleichen Länder. „Beide können, wenn sie auf das gleiche Ziel hinarbeiten, mehr erreichen als wenn sie allein kämpfen,“ sagte Simona Sow.

DW Bonn - Medientraining für WHO-Mitarbeitende und Ministerialbeamte aus dem Nahen Osten (DW Akademie)

Abdam Abdel Moneim von der WHO im Irak auf dem Bildschirm im TV-Studio

Abdam Abdel Moneim von der WHO im Irak berichtete im „Probeinterview“ von der gesundheitlichen  Situation im Irak. Er sei zutiefst frustriert, sagte er. Es gebe zu viele Krankheiten, die Umwelt sei vielerorts nicht intakt, Trinkwasser oft verschmutzt. „Bei all diesen Problemen ist eines extrem wichtig: die richtige Kommunikation“, berichtete er nach dem Training und erzählte von einem Interview im irakischen Fernsehen, in dem jemand etwas Falsches über Cholera erzählt hatte. Danach war in der Bevölkerung Panik ausgebrochen. „Wenn ich meine Botschaft nicht klar rüberbringen kann, werde ich nicht in der Lage sein, zu ändern, was ich ändern will”,  sagte auch Maha El-Adawy von der WHO in Ägypten.

DW Bonn - Medientraining für WHO-Mitarbeitende und Ministerialbeamte aus dem Nahen Osten (DW Akademie)

Das ehrliche Feedback hat Wafa AlSharbiti vom Gesundheitsministerium in Bahrain besonders gefallen.

Verständlich reden

Im Training sollen die Teilnehmer lernen, wie sie ihre Botschaft verständlich und überzeugend vermitteln. „Unsere Trainer sind alle auch Journalisten", sagte Daniela Wiesler, Leiterin des Medientrainings. Und weiter: „Sie stellen im Training Fragen, die unsere Teilnehmenden auch im echten Leben von Journalisten gestellt bekommen. Und sie geben ehrliches Feedback." Das hat Wafa AlSharbiti besonders gefallen. Als Beamtin des Gesundheitsministeriums von Bahrain muss sie oft Interviews geben. Aber noch nie hat sie ein Feedback zu ihren Antworten bekommen. Dabei sei genau das wichtig, um sich zu verbessern.

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Daniela Wiesler, Leiterin Medientraining DW Akademie (Foto: Stefan Lemanski).

Daniela Wiesler-Schnalke

Leiterin Medientraining

T: +49.228.429-2078
E: dw-akademie.medientraining@dw.com