Medienpreis für ″Charlie Hebdo″ | Kultur | DW | 06.07.2015
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Kultur

Medienpreis für "Charlie Hebdo"

Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" wird mit dem "M100 Media Award" gewürdigt. Damit wird sie für ihren furchtlosen Kampf für die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit ausgezeichnet.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des internationalen Medientreffens "M100 Sanssouci Colloquium" am 17. September 2015 in Potsdam statt. Entgegennehmen wird ihn der aktuelle Chefredakteur von "Charlie Hebdo", Gérard Biard.

Im Januar hatten islamistische Terroristen das Redaktionsgebäude gestürmt und zwölf Menschen getötet, darunter "Charlie Hebdo"-Herausgeber Stéphane Charbonnier und fünf der bekanntesten Zeichner des Blattes. Das Heft hatte sich immer wieder satirisch mit dem Islam und dem Propheten Mohammed auseinandergesetzt und auch die umstrittenen Mohammed-Karikaturen des dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard nachgedruckt.

"Wir würdigen den Wert der Presse- und Meinungsfreiheit"

Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur der Zeitung "Der Tagesspiegel", betonte: "Wir zeichnen keine Karikatur aus – wir würdigen den Wert der Presse- und Meinungsfreiheit." Die Presse- und Meinungsfreiheit sei konstitutiv für jede Demokratie, sagte er weiter. Sie müsse unter allen Umständen verteidigt werden. Auch BILD-Chefredakteur Kai Diekmann hob hervor, wie zentral die Kunst-, Presse- und Meinungsfreiheit in einer Demokratie sei. "Das Einzige, was wir gegen die verabscheuungswürdigen Terroristen tun können, ist furchtlos so zu leben, wie wir leben. Schreiben, was wir schreiben wollen. Zeichnen, malen, dichten, aussprechen, wonach uns der Sinn steht", so Diekmann, der ebenso wie Casdorff im M100-Beirat sitzt.

Preis der europäischen Presse

Der Potsdamer Medienpreis steht für Verdienste um den Schutz der freien Meinungsäußerung und der Demokratie und belohnt besondere Leistungen um die europäische Verständigung. Er ist undotiert und versteht sich als "Preis der europäischen Presse". Verliehen wird er seit 2005 einmal jährlich vom "M100 Sanssouci Colloquium", das sich damals im Rahmen der Bewerbung Potsdams als Kulturhauptstadt Europas 2010 von einer Gruppe führender Persönlichkeiten aus Medien und Politik gründete.

Unter den Preisträgern der letzten Jahre sind der Architekt Norman Foster, der Musiker Bob Geldof, der ehemalige Boxer Vitali Klitschko und Kurt Westergaard, der durch seine Mohammed-Karikaturen weltweit bekannt wurde und heute unter Personenschutz lebt.

rey/suc (epd/AFP/dpa/M100)

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