Medienkompetenz für junge Menschen im Libanon | Nahost/Nordafrika | DW | 21.12.2017
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Nahost/Nordafrika

Medienkompetenz für junge Menschen im Libanon

Im Libanon setzt sich die DW Akademie für die Förderung von Media und Information Literacy ein. Bei „MIL 4 Peace - Lebanon“ lernen junge Menschen den kritischen Umgang mit Medien und entwickeln eigene Beiträge.

Libanon MIL 4 Peace in Lebanon Veranstaltung nördlich von Beirut (N. Saab)

Die drei Moderatorinnen kündigen nacheinander die Projekte an

Es ist Samstag und die meisten Schulen im Libanon haben eigentlich geschlossen. Doch vor dem Eingang der Jesus and Mary Schule nördlich von Beirut drängen sich Lehrer, Schülerinnen und Schüler und Eltern. Mit dabei ist auch die 16-jährige Rayan Huballah. Für das Projekt „MIL 4 Peace“ haben sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sich intensiv mit Medien beschäftigt und eigene Videos, Fotos und Texte erstellt. Heute stellen sie die Resultate vor.

Libanon MIL 4 Peace in Lebanon Veranstaltung nördlich von Beirut (N. Saab)

Rayan Huballah und ihre Mitschülerin

Mit „MIL 4 Peace“ setzt sich die DW Akademie für die Förderung von Medienkompetenz und Medienbildung bei Jugendlichen im Libanon ein. Vier Schulen und vier Jugendorganisation in verschiedenen Teilen des Landes machen bei den den MIL-Aktivitäten für junge Menschen mit.

Kritischen Umgang mit Medien schulen                      

In den letzten Monaten traf sich Rayan einmal wöchentlich mit Mitschülern und Lehrern. Sie lernten, wie eine Nachricht entsteht, wie sie Fake News erkennen können oder wie Bildergeschichten produziert werden. Gemeinsam schauten sie sich neue Apps an, schrieben eigene Artikel, entwickelten Bildergeschichten oder produzierten Videos, zu Themen, die ihnen wichtig sind.

In der Aula der Jesus and Mary Schule wächst die Spannung, rund 100 Eltern, Lehrer und Schüler sind gekommen. Die Moderatorinnen, drei Schülerinnen, kündigen die verschiedenen Stücke an, abwechselnd auf Arabisch und Englisch. Auf der Leinwand erscheint ein Comic über Vorurteile im Schulalltag, Videos über die fatalen Folgen von Cybermobbing und über das Recht aller Kinder auf freien Zugang zu Informationen.

Frühzeitig Gefahren erkennen

Rayan hat gemeinsam mit einer Freundin eine Bildergeschichte erstellt: Sie zeigen, wie man Facebook nutzen und sich vor möglichen Gefahren schützen kann, geben Tipps zu Privatsphäre und Datenschutz. Am Ende der Präsentation gibt es viel Applaus.

Wie fast alle Jugendlichen im Libanon liebt Rayan Soziale Medien. Seit sie 11 Jahre alt ist, besitzt sie einen Facebook-Account, längst ist sie auch bei Twitter und Instagram. Auf Facebook verfolgt sie die politischen Entwicklungen im Libanon: „Ich lese politische Analysen. Aber auch satirische Beiträge über die aktuellen politischen Ereignisse gefallen mir“.

Besonders wichtig findet Rayan an den Sozialen Medien, dass hier jede und jeder zur Wort kommen kann.

Libanon MIL 4 Peace in Lebanon Veranstaltung nördlich von Beirut (N. Saab)

Der gemeinsam entwickelte Code of Ethics

Dennoch ist sie nach einem Jahr „MIL 4 Peace“ deutlich kritischer geworden: „Jetzt gehe ich mit Nachrichten völlig anders um als vorher. Auch die politische Einstellung des Journalisten spielt eine Rolle. Immer, wenn ich jetzt Nachrichten lese, frage ich mich ob der, der das geschrieben hat; bestimmte politische Loyalitäten verfolgt.“

Rayan und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler veröffentlichen ihre Beiträge zum Abschluss des Projekts auf dem schuleigenen Blog. Sie wünscht sich, dass möglichst viele Schüler im ganzen Land etwas davon lernen.

Projektpartner der DW Akademie bei „MIL 4 Peace in Lebanon“ sind die Jesus and Mary School, Permanent Peace Movement und die Media and Digital Literacy Acacemy of Beirut. Gemeinsam entwickeln die Organisationen auch eigenes MIL Lehr- und Lernmaterial. Das Projekt wird von der EU und dem Auswärtigen Amt finanziert.