Medien: Trump erwog Militärschlag gegen Venezuela | Aktuell Amerika | DW | 05.07.2018
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USA - Venezuela

Medien: Trump erwog Militärschlag gegen Venezuela

Als sich im vergangenen Jahr die Lage in Venezuela zuspitzte, soll US-Präsident Trump seinen engsten Beratern eine militärische Invasion vorgeschlagen haben. Doch nicht nur mit ihnen diskutierte er diese Möglichkeit.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP und CNN soll US-Präsident Donald Trump erstmals im vergangenen August eine militärische Option gegen Venezuela ins Gespräch gebracht haben. Bei einem Treffen im Weißen Haus sollte es ursprünglich um weitere US-Sanktionen gegen den südamerikanischen Krisenstaat Venezuela gehen. Die Anwesenden, darunter der damalige Außenminister Rex Tillerson und der damalige Nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster, soll dieser Vorschlag ziemlich verblüfft haben. Gemeinsam versuchten sie, den Präsidenten von seiner Idee abzubringen.

Risiken eines Militärschlags

Dabei warnten sie vor den Konsequenzen eines missglückten Militärschlags in der Region. So könnten die USA damit ihr schwer erworbenes Vertrauen zu anderen lateinamerikanischen Regierungen aufs Spiel setzen, wenn sie Venezuelas Diktatur Nicolás Maduro militärisch in die Schranken weisen. Trump teilte diese Bedenken nicht und verwies vielmehr auf erfolgreiche Beispiele, wie das Eingreifen der USA in Grenada und Panama in den 1980er Jahren. Ihre Berichte stützen CNN und AP auf Informationen eines ranghohen Regierungsbeamten.

Auch nach diesem Gespräch ließ Trump offenbar nicht von seiner Idee einer militärischen Lösung ab, kurze Zeit später erwähnte er sie auch in einer öffentlichen Rede. Zudem sprach er am Rande der UN-Generalversammlung mit mehreren lateinamerikanischen Verbündeten darüber. Die sollen jedoch einen Militärschlag abgelehnt haben.

Maduro ruft Armee zur Wachsamkeit auf 

Als Reaktion auf diese Berichte, hat der venezolanische Staatschef Maduro die Armee des Landes zur Wachsamkeit aufgefordert. Diese dürfe "nicht eine Sekunde lang" nachlassen, forderte er am Mittwoch bei einer Militärveranstaltung. Es gelte, "das Leben in Frieden" zu verteidigen. Er sehe sich nun in seinem Verdacht bestätigt, dass die USA einen Militärangriff gegen Venezuela planten, um an die großen Ölreserven des Landes zu kommen.

Nicolas Maduro (picture-alliance/epa/Miraflores Presidential Palace )

Maduro wirft den USA vor, es auf die Ölreserven Venezuelas abgesehen zu haben

Maduro hatte sich bei der Wahl am 20. Mai mit deutlichem Vorsprung gegen seine Herausforderer durchgesetzt und sich eine zweite Amtszeit bis 2025 gesichert. Das wichtigste Oppositionsbündnis MUD hatte den Urnengang allerdings boykottiert. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent. Dem Präsidenten  wird vorgeworfen, seit Jahren die Demokratie in Venezuela auszuhebeln. Er hat durch eine verfassungsgebende Versammlung das Parlament de facto entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte. Vorangegangen waren monatelange Proteste der Opposition im vergangenen Jahr, in deren Verlauf 125 Menschen getötet worden waren.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Durch den Verfall des Ölpreises seit 2014 - Öl ist die Haupteinnahme-Quelle für Venezuela - fehlt dem südamerikanischen Staat das Geld, es gibt gravierende Versorgungsengpässe. Im Januar hatte die EU erstmals Sanktionen gegen sieben Regierungsvertreter aus Caracas verhängt. Darunter war auch der Innenminister des Landes.

bri/pg (ape, cnn)     

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