Medien: China sagt Handelsgespräche in USA ab | Aktuell Welt | DW | 22.09.2018
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Wirtschaftsbeziehungen

Medien: China sagt Handelsgespräche in USA ab

Der stellvertretende Regierungschef wollte kommen. Davor sollte eine Gruppe von Beamten verhandeln. Doch jetzt reist wohl niemand aus Peking nach Washington. Wegen der neuen Zölle ist die Stimmung eisig.

China Deutschland Müllexport (picture-alliance/Chromorange)

Containerschiff in Asien (Archivbild)

Angesichts der jüngsten Sonderzölle hat China laut einem Zeitungsbericht Pläne für Handelsgespräche mit den USA kurzfristig auf Eis gelegt. Der für kommende Woche geplante Besuch von Vizepremier Liu He in Washington sei von der Regierung in Peking abgesagt worden, schreibt das "Wall Street Journal". Auch die Entsendung einer Delegation auf mittlerer Führungsebene, die noch vor Liu in die US-Hauptstadt reisen sollte, sei gestrichen worden.

Aus US-Regierungskreisen hieß es, es gebe keinen Termin für neue Gespräche. Die USA seien aber optimistisch, einen Weg zur Lösung des Handelsstreits mit China zu finden. Verhandlungen in Washington Mitte August hatten keine Annäherung gebracht. Trump bekräftigte indes seine Drohung, noch weitere Zölle gegen China zu verhängen.

USA: "Marktabschottung und Technologiediebstahl"

Der Präsident hatte zu Wochenbeginn eine neue Runde von Strafzöllen eingeläutet. Diesmal geht es um Handelsgüter aus China im Volumen von 200 Milliarden Dollar. Die Führung der Volksrepublik reagierte umgehend und beschloss Sonderabgaben auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden Dollar.

Seit Anfang Juli haben sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt bereits mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 100 Milliarden Dollar überzogen. Die USA werfen China unter anderem Marktabschottung, unfaire Beihilfen für die eigene Wirtschaft und Technologiediebstahl vor. China weist dies zurück.

Bei Investoren und Unternehmern wächst die Sorge, dass der Konflikt sich ausweiten könnte - mit schweren Folgen für die Weltwirtschaft. Zudem sehen sich zahlreiche Firmen durch die Folgen der Zölle betroffen. So hatte der größte Einzelhändler der Vereinigten Staaten, Walmart, mit einem Brief an den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer gegen die Sonderabgaben auf chinesische Importe protestiert.

jj/ml (dpa, rtr)

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