Medien: Berliner LKA hatte Spitzel im Amri-Umfeld | Aktuell Deutschland | DW | 24.11.2018
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Terrorismus

Medien: Berliner LKA hatte Spitzel im Amri-Umfeld

Bevor Anis Amri in Berlin zwölf Menschen tötete, hatten offenbar drei V-Leute des LKA Kontakt zu ihm. Massive Vorkehrungen sollen in diesem Jahr einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz verhindern.

Fahndungsfotos von Anis Amri im Dezember 2016 in einer Polizeiwache (picture alliance/dpa/A. Dedert)

Fahndungsfotos von Anis Amri im Dezember 2016 in einer Polizeiwache

Das Berliner Landeskriminalamt (LKA) hatte nach eigenen Angaben drei V-Leute im Umfeld des Attentäters Anis Amri im Einsatz. Das räumte der LKA-Leiter Christian Steiof in einer nichtöffentlichen Sitzung des Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus zum Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz ein, wie "Zeit Online" unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet. Die drei V-Leute sagten demnach nach dem Anschlag aus, dem Tunesier vorher begegnet zu sein. Eine dieser Vertrauenspersonen habe zur LKA-Staatsschutzabteilung gehört und sich auch in der Fussilet-Moschee aufgehalten, in der Amri oft war.

In der vorigen Sitzung des Untersuchungsausschusses hatte Steiof nur indirekt bestätigt, dass es einen V-Mann der Berliner Polizei in Amris Umfeld gab. Konkretere Informationen habe er damals nicht gegeben, heißt es in dem Bericht.

Der Tunesier Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gesteuert und dabei zwölf Menschen getötet. Viele weitere Menschen wurden verletzt. Es war der schwerste islamistische Anschlag, den Deutschland bisher erlebt hat. Amri flüchtete, nach einer europaweiten Fahndung wurde er vier Tage später in Italien von einem Polizisten erschossen.

Der Tatort nach dem Anschlag am 19. Dezember 2016 (picture-alliance/dpa/B.v. Jutrczenka)

Der Tatort nach dem Anschlag am 19. Dezember 2016

Rund um den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz, der an diesem Sonntag beginnt, werden schwere Metallpoller, Stahlgitterkörbe mit Sandsäcken sowie Stahl- und Betonsockel aufgestellt. Sie sollen Schutz gegen Anschläge mit Lastwagen bis zu einem Gewicht von 40 Tonnen liefern. Der Kauf der Sperrelemente und der Auf- und Abbau kosten das Land 2,5 Millionen Euro. Die Metallpoller und Betonsockel sollen in Zukunft wiederverwendet werden. Die Absperrung des Breitscheidplatzes ist auch ein Versuch, der Erkenntnisse für künftige Schutzmaßnahmen an anderen Plätzen und Straßen liefern soll.

stu/jj (afp, dpa)

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