Max Verstappen gewinnt Chaos-Rennen von Imola | Sport | DW | 18.04.2021
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Formel 1

Max Verstappen gewinnt Chaos-Rennen von Imola

In einem Formel-1-Grand-Prix mit vielen Drehern und einigen Unfällen behält der Red-Bull-Pilot die Oberhand. Lewis Hamilton verliert den Start und muss später nach einem unfreiwilligen Ausritt eine Aufholjagd starten.

"Das Wetter wirft alle unsere Planungen über den Haufen" - mit diesen, kurz vor dem Großen Preis der Emilia-Romagna in Imola geäußerten Worten sagte Red-Bull-Sportchef Christian Horner voraus, was in den folgenden Stunden passieren würde: zahlreiche Dreher, Ausrutscher, einige heftige Unfälle und jede Menge Action. Kurz gesagt: Der zweite WM-Lauf des Jahres 2021 war ein Grand Prix so ganz anders, als das, was in der Formel 1 in den vergangenen Jahren bei trockenem Wetter oft an Langeweile geboten wurde. Am Ende gewann Max Verstappen im Red Bull vor Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und Lando Norris im McLaren.

Verstappen gewinnt den Start

Ein Regenschauer kurz vor dem Start hatte Teile der Strecke in den Hügeln bei Imola nass und rutschig gemacht. Die Teams reagierten, indem sie ihre Piloten entweder mit Intermediates oder gleich mit Regenreifen ins Rennen schickten. Doch auch das half nur bedingt: Schon in der Einführungsrunde rutschte Charles Leclerc im Ferrari aus der Kurve und musste sich wieder einreihen. Beim Start preschte Verstappen dann von Position drei nach vorne und schob sich in der ersten Schikane an Pole-Setter Lewis Hamilton vorbei. Schnell hatte der Niederländer einige Sekunden Vorsprung, auch weil Hamilton beim Versuch, Verstappens Angriff abzuwehren über den Streckenrand geholpert war und den Frontflügel seines Mercedes beschädigt hatte.

Formel 1 | Grand Prix Emilia Romagna | Hamilton und Verstappen

Start gewonnen: Max Verstappen (r.) schiebt sich in der ersten Schikane an Lewis Hamilton (l.) vorbei

Kurz danach kam erstmals das Safety-Car auf die Strecke, weil Nicholas Latifi seinen Williams nach einer Berührung mit Haas-Pilot Nikita Mazepin gedreht hatte und so stark in die Streckenbegrenzung eingeschlagen war, dass das Auto geborgen werden musste. Auch Mick Schumacher leistete sich einen Dreher, krachte in eine Begrenzungsmauer und riss seinem Haas die Nase ab. Da ihm dieses Missgeschick ausgerechnet an der Boxeneinfahrt unterlief und diese wegen der herumliegenden Trümmer daraufhin kurzzeitig geschlossen wurde, musste der 22-jährige Deutsche bis zum Ende der Safety-Car-Phase warten, bevor er seinen Boliden instand setzen lassen konnte. Schumacher beendete sein zweites Formel-1-Rennen schließlich als 16.  

Nachdem das Rennen wieder freigegeben war, dominierte erneut Verstappen. Der Niederländer blieb auch nach dem Reifenwechsel kurz vor der Mitte des Rennens vor Lewis Hamilton - doch dann überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst rutschte Hamilton bei einer Überrundung von der Strecke, musste sich im Rückwärtsgang wieder aus dem Kiesbett retten und verlor dabei einige Plätze. "Ich war ein bisschen ungeduldig, kam nach innen und da war es feucht", sagte Hamilton hinterher. "Ich danke dem Team, dass es mir geholfen hat, das noch hinzubiegen."

Helm-Klapser und Stinkefinger

Fast gleichzeitig mit Hamiltons Missgeschick ereignete sich der heftigste Crash des Rennens: George Russell und Valtteri Bottas gerieten bei einem Überholmanöver des Williams-Fahrers aneinander und räumten sich gegenseitig spektakulär von der Strecke. Beide blieben unverletzt, doch das Rennen musste unterbrochen werden. "Das war eindeutig sein Fehler", sagte Bottas nach dem Rennen am RTL-Mikrofon. "Ich habe versucht, meine Position zu halten und ihm genug Platz gelassen. Aber er ist dann raus und hat sein Auto verloren. Den Rest hat man gesehen."

"Eigentlich gibt es ein Agreement zwischen uns Piloten, dass man dem, der mit viel mehr Tempo von hinten kommt, Platz macht", entgegnete Russell. "Ich kam von innen und hatte ungefähr 340 Stundenkilometer drauf. Er hat sein Lenkrad leicht bewegt und ich habe reagiert und bin aufs Nasse gekommen. Bei trockenen Bedingungen wäre es kein Problem gewesen, aber so hatte ich keine Chance."

Sehr freundlich lief die kurze Unterhaltung zwischen den beiden direkt nach dem Unfall am Streckenrand nicht ab: Russell klapste Bottas genervt auf den Helm, der Finne streckte seinem britischen Kollegen daraufhin den ausgestreckten Mittelfinger entgegen.

Hamilton beeindruckt, Vettel enttäuscht

Formel 1 | Grand Prix Emilia Romagna | Hamilton

Hamilton: Von Rang neun auf Rang zwei

Nach einer kurzen Pause und einem fliegenden Neustart hinter dem Safety-Car kontrollierte dann wieder Verstappen das Geschehen und fuhr seinem ungefährdeten elften Karrieresieg entgegen. Bewundernswert war allerdings die Aufholjagd von Hamilton. Von Rang neun fuhr der siebenmalige Weltmeister noch auf den zweiten Platz. "Glückwunsch an Max", sagte er hinterher. "Das war eine tolle Leistung. Bei mir war es nicht der beste Tag. Ich habe einen Fehler gemacht, aber ich freue mich trotzdem."

Ein weiteres Rennwochenende zum Vergessen erlebte Sebastian Vettel im Aston Martin. Schon vor dem Start gab es Probleme mit überhitzten Bremsen. Vettel musste noch einmal in die Garage und durfte das Rennen nur aus der Boxengasse beginnen. Weil er außerdem nicht rechtzeitig wieder Reifen am Auto hatte, erhielt er später noch die Zehn-Sekunden-Strafe. Kurz vor Rennende gab dann das Getriebe seines Wagens auf und er wurde vom Team vorzeitig in die Box geholt.

Erinnerung an Ayrton Senna

Die Strecke in Imola, auf der jahrelang der Große Preis von San Marino ausgetragen worden war, war nach längerer Pause erst im vergangenen Jahr, bedingt durch die Verschiebungen und Planungsänderungen durch die Corona-Pandemie, wieder im Rennkalender der Formel 1 aufgetaucht. Traurige Berühmtheit erlangte der Kurs im Jahr 1994, als an einem Rennwochenende dort zunächst der Österreicher Roland Ratzenberger und einen Tag später auch Formel-1-Ikone Ayrton Senna tödlich verunglückten.

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