Massiver Kahlschlag am Amazonas | Aktuell Amerika | DW | 08.09.2019
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Brasilien

Massiver Kahlschlag am Amazonas

Die Vernichtung der Regenwälder in Brasilien schreitet voran - mit sehr hohem Tempo. Das Nationale Institut für Weltraumforschung meldet auf Basis von Satellitenbildern erschreckende Zahlen.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres seien im brasilianischen Amazonasgebiet bereits 6404 Quadratkilometer Wald zerstört worden, teilte das Nationale Institut für Weltraumforschung (INPE) mit. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3367 Quadratkilometer, was einen Anstieg um 92 Prozent bedeutet. Das INPE überwacht seit den 1970er Jahren den Zustand der Wälder anhand von Satellitenbildern.

Plus 222 %

Allein im August 2019 wurden 1698 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald vernichtet, wie das Satellitensystem Deter berechnete. Das sind 222 Prozent mehr als noch im August 2018. Schon für Juni hatte das Institut für Weltraumforschung einen Anstieg um 88 Prozent und für Juli um 278 Prozent verkündet, was zur Entlassung des zuständigen INPE-Direktors durch Staatschef Jair Bolsonaro führte. Die Zahlen seien falsch, glaubt die Regierung in Brasilia.

Jair Bolsonaro (Marcos Correa/PR)

Seit 1. Januar im Amt: Präsident Bolsonaro

Bolsonaro ist eng mit der Agrarlobby verbunden und hat Umweltschutzauflagen gelockert. Behörden, die illegale Rodungen verhindern sollen, wurden unter dem ultrarechten Präsidenten geschwächt. Immer größere Waldflächen werden (brand)gerodet, um Platz für Landwirtschaft und Viehzucht zu schaffen. Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2019 insgesamt 10.000 Quadratkilometer Regenwald in Brasilien zerstört werden.

Von Januar bis Ende August wurden nach Angaben von INPE fast 89.000 Feuer registriert, davon mehr als die Hälfte im Amazonasbecken. Das ist die höchste Zahl seit dem Jahr 2010, als im gesamten Jahr mehr als 132.000 Waldbrände in Brasilien gezählt wurden.

wa/nob (afp, kna)

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