Marseilles Powerfußball setzt Leipzig matt | Sport | DW | 12.04.2018
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Europa League

Marseilles Powerfußball setzt Leipzig matt

Angeführt von Superstar Dimitri Payet schaltet Olympique Marseille den letzten verbliebenen Bundesligisten RB Leipzig aus. Auch der FC Arsenal, Atletico Madrid und überraschend RB Salzburg ziehen ins Halbfinale ein.

RB Leipzig muss nach einer wilden und am Ende traumatischen Europapokal-Nacht seine Hoffnungen auf den Gewinn der Europa League schmerzvoll begraben. Bei Olympique Marseille verloren die Sachsen am Donnerstag ihrViertelfinal-Rückspiel mit 2:5 (1:3) und schieden als letztes deutsches Team aus dem Wettbewerb aus. Durch die verdiente Niederlage reichte RB das 1:0 aus dem Hinspiel vor einer Woche in Leipzig nicht zum Einzug ins Halbfinale.

Blitzstart bringt Leipzig in Führung

Bruma (2. Minute) hatte RB zunächst per Blitzstart in Führung gebracht, ehe Marseille das Spiel durch ein Eigentor von Stefan Ilsanker (6.) und einen Treffer von Bouna Sarr (9.) binnen sieben Minuten drehte. Nach Florian Thauvins (38.) Treffer zum 3:1 traf Jean-Kevin Augustin (55.) zwar zum Anschluss, doch Dimitri Payet (60.) per Außenrist aus 14 Metern sowie in der Nachspielzeit der Ex-Hannoveraner Hiroki Sakai (90.+4) brachten Marseille verdient in die nächste Runde. 

Vor der Partie hatte RB-Coach Ralph Hasenhüttl mit einigen Umstellungen überrascht. Neben Nationalstürmer Timo Werner, der wegen Oberschenkelproblemen zunächst auf der Bank saß, ließ der Coach auch Spielmacher Emil Forsberg und Kapitän Willi Orban erstmal draußen. "Mehr Speed" und "defensiv mehr Stabilität" versprach sich Hasenhüttl von diesen Entscheidungen. Doch davon war in der ersten Halbzeit erst einmal wenig zu sehen.

Phasenweise überfordert

Im Stade Velodrome wirkte die Leipziger Dreierkette (Ibrahima Konate, Ilsanker, Dayot Upamecano) vor einer hitzig aufgeladenen Kulisse zu Beginn phasenweise völlig überfordert. Unmittelbar nach dem frühen RB-Führungstreffer drehte Marseille den Spieß um. Erst lenkte Leipzigs Torwart Peter Gulacsi einen Abschluss von Olympique-Stürmer Kostas Mitroglou an die Brust von Ilsanker, der ins Tor abfälschte. Danach staubte Sarr ab, nachdem Gulacsi bereits zweimal in höchster Not geklärt hatte.

Und es hätte noch schlimmer kommen können. Dass nach 17 Minuten Payets Treffer aus 23 Metern nicht zählte, war nur einem Foul von Mitroglou zu verdanken. Erst nach diesem Weckruf stabilisierte sich Leipzigs Spiel etwas, bis Thauvin RB per Kopf den nächsten Nackenschlag versetzte. Auch nach der Pause ließen die Gastgeber nicht nach. Mitroglou und Jordan Amavi (48.) prüften Gulacsi, der erneut glänzend parierte. Nachdem Augustin und Payet ihre Teams innerhalb von fünf Minuten von der nächsten Runde träumen ließen, versuchte Leipzig engagiert, aber mit zu wenig Genauigkeit in den Aktionen, den für das Halbfinale so wichtigen Treffer zu erzielen. Beide Mannschaften blieben gefährlich und gönnten sich an einem denkwürdigen Europapokal-Abend keine Verschnaufpause. 

Atletico zittert, Salzburg überrollt Lazio, Arsenal weiter

Das Halbfinale der Europa League komplettieren der FC Arsenal, Atletico Madrid und RB Salzburg. Die Londoner, die nach dem 4:1 im Hinspiel gegen ZSKA Moskau schon so gut wie im Halbfinale gestanden hatten, mussten in der russischen Hauptstadt doch noch zittern. Fedor Schalow (39.) und Kirill Nababkin (50.) hatten ZSKA in Front geschossen und hielten dadurch die Hoffnungen der Russen auf ein "Wunder" lange am Leben, ehe Danny Welbeck (75.) und Aaron Ramsey (90.+2) Arsenal mit ihren Toren erlösten. 

Zittern musste auch Titel-Favorit Atletico Madrid im Rückspiel gegen Sporting Lissabon. Das Team von Diego Simeone rettete seinen 2:0-Vorsprung aus dem Hinspiel nach Sportings Führung durch Fredy Montero (28.) nur mit Mühe über die Zeit, darf nunmehr aber weiter von seinem fünften Europacup-Endspiel binnen acht Jahren träumen.

Davon träumt auch Überraschungs-Halbfinalist Salzburg, der sich in einem denkwürdigen Spiel gegen Lazio Rom durchsetzen konnte. Nach dem 4:2-Sieg im Hinspiel hatten die Römer schon wie der sichere Sieger ausgesehen. Nach dem 1:0 durch Torjäger Ciro Immobile (55.) konterte die Elf von Trainer Marco Rose jedoch umgehend und glich durch Munas Dabbur (56.) aus. Danach spielten sich die Österreicher in einen wahren Rausch und versetzten Rom mit Treffern im Zwei-Minuten-Takt durch Amadou Haidara (72.), Hee-Chan Hwang (74.) und Stefan Lainer (76.) binnen sechs Minuten den K.o.-Schlag.

Die Halbfinals finden am 26. April und 3. Mai statt. Wer gegen wen antritt, entscheidet sich am Freitag (12.00 Uhr MESZ) bei der Auslosung am UEFA-Sitz im schweizerischen Nyon.

dvo/sn (dpa, sid)

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