Marokko eröffnet Großhafen in Tanger | Aktuell Afrika | DW | 28.06.2019
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Logistik

Marokko eröffnet Großhafen in Tanger

Marokko baut seine Stellung als Logistikstandort in Nordafrika weiter aus. Der Hafen in Tanger ist um zwei neue Terminals erweitert worden. Er verfügt über die größte Kapazität im Mittelmeerraum.

Insgesamt können in Tanger (Artikelbild) rund neun Millionen Standardcontainer (TEU) verarbeitet werden. Das sind fast sechs Millionen mehr als bisher, wie das Hafenmanagement mitteilte. Zum Vergleich: Im Hamburger Hafen lag der Containerumschlag im vergangenen Jahr bei 8,7 Millionen Standardcontainern. Zudem können in Tanger sieben Millionen Passagiere in Fährterminals und 700.000 LKW abgefertigt werden.

Rund neun Jahre betrug die Bauzeit des Erweiterungsterminals Tanger Med 2. Der erste Hafenkomplex Tanger Med 1 hatte bereits im Jahr 2007 den Betrieb aufgenommen.

Nähe zu Europa

Die Straße von Gibraltar zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Marokko will dabei unter anderem von der Nähe zu Spanien profitieren, dessen Küste nur rund 15 Kilometer entfernt liegt. Das nordafrikanische Land verspricht sich von der Hafenerweiterung die Ansiedlung neuer Industrie und die Schaffung von Arbeitsplätzen.

In der Region um Tanger sind unter anderem Autozulieferer und Textilfirmen angesiedelt. Durch den erweiterten Hafen sollen sich die Transportzeiten deutlich verkürzen. Etwa 90 Prozent des Containeraufkommens, das im Hafen abgefertigt wird, geht ins Ausland. Die meiste Fracht, etwa 40 Prozent, wird nach Westafrika transportiert. Dort haben marokkanische Unternehmen in den vergangenen Jahren stark expandiert. Etwa 20 Prozent der Güter werden nach Europa und zehn Prozent nach Amerika verschifft. Marokko investierte rund 1,3 Milliarden Euro in das Terminal.

Anschub für die Wirtschaft

Marokko leidet wie andere Länder in der Maghreb-Region unter wirtschaftlichen Problemen. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei mehr als neun Prozent und ist vor allem bei Jüngeren hoch. Für dieses Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von rund drei Prozent erwartet.

cgn/fab (dpa, rtre)

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